Die Rückkehr der Ausschüttung
Tui zahlt wieder eine Dividende – und Anleger reagieren mit Verkäufen
Tui feiert die Rückkehr der Dividende. Der neue Ausblick bremst die Euphorie allerdings. Trotz Gewinnsprung reagiert der Markt hart, weil das Wachstum 2026 schwächer ausfallen soll als erwartet.
- Tui zahlt erstmals seit Corona wieder Dividende.
- Umsatz und Gewinn steigen, aber Ausblick enttäuscht.
- Aktie fällt um 5,8 % nach vorsichtiger Prognose.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Tui kehrt nach Jahren des Krisenmodus wieder in den Ausschüttungsbetrieb zurück. Erstmals seit der Corona-Pandemie will der Reisekonzern seinen Aktionären wieder eine Dividende zahlen. Die "Starter-Dividende" fällt mit 10 Cent je Aktie zwar noch moderat aus, markiert für Tui aber einen strategischen Wendepunkt: Ab dem Geschäftsjahr 2025/26 sollen dauerhaft 10 bis 20 Prozent des bereinigten Gewinns je Aktie ausgeschüttet werden.
Das vergangene Geschäftsjahr 2024/25 schloss Tui operativ deutlich stärker ab. Der Umsatz stieg um gut vier Prozent auf 24,2 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um neun Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss kletterte auf rund 636 Millionen Euro – ein Plus von etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Finanzvorstand Mathias Kiep betonte, Tui habe "wichtige finanzielle Meilensteine erreicht". Die Nettoverschuldung wurde weiter reduziert, der Verschuldungsgrad verbessert und die Kreditwürdigkeit von Ratingagenturen heraufgestuft. "Diese solide finanzielle Basis ermöglicht die nächste Phase unserer Kapitalallokation", sagte Kiep.
Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September 2026 zeigt sich Tui allerdings vorsichtiger, als viele Investoren erwartet hatten. Vorstandschef Sebastian Ebel stellt eine währungsbereinigte Umsatzsteigerung von 2 bis 4 Prozent in Aussicht, der bereinigte operative Gewinn soll um 7 bis 10 Prozent zulegen. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen mit eigenen, differenzierten Produkten global wachsen und uns damit unabhängiger vom herausfordernden europäischen Marktumfeld machen", erklärte Ebel. Zugleich sollen "alle Segmente künftig noch profitabler und effizienter werden".
Die Zurückhaltung im Ausblick spiegelt die weiterhin angespannte Lage im Airline-Geschäft wider, das 2025 schwächer lief als erwartet. Wachstumstreiber bleiben vor allem die Segmente Hotels und Kreuzfahrten, die im abgelaufenen Jahr überdurchschnittlich zur Ergebnissteigerung beitrugen.
An der Börse kamen die neuen Ziele dennoch nicht gut an: Die Tui-Aktie verliert zu Handelsbeginn 5,8 Prozent. Investoren hatten nach den starken Vorjahreszahlen mit einem dynamischeren Ausblick gerechnet.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

