Bieterkampf um Warner Bros.
Plötzlicher Rückzug: Tencent wirft Paramounts Plan um!
Tencent steigt überraschend aus dem Milliarden-Angebot für Warner Bros. Discovery aus. Hinter dem Rückzug stehen heikle Sicherheitsbedenken aus Washington.
- Tencent zieht Milliardenzusage für Warner Bros. zurück.
- Sicherheitsbedenken aus Washington beeinflussen Deal.
- Paramount reorganisiert Übernahmeangebot wegen CFIUS.
- Report: Vorsicht, geheim!
Paramount Skydance hat seinen feindlichen Übernahmevorstoß gegen Warner Bros. Discovery neu geordnet, weil der chinesische Technologiekonzern Tencent seine zugesagte Finanzierung von einer Milliarde US-Dollar zurückgezogen hat. Das geht aus einer aktualisierten Einreichung bei der US-Börsenaufsicht hervor. Paramount erklärte, dass die Beteiligung eines "nicht US-amerikanischen Eigenkapitalfinanzierers" Sorgen ausgelöst habe, da der Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) die Transaktion prüfen könne.
CFIUS als entscheidender Faktor
Obwohl eine Genehmigung des Ausschusses nicht zwingend notwendig gewesen wäre, wollte Paramount mögliche Verzögerungen vermeiden. Auch die Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar, die zusammen 24 Milliarden US-Dollar bereitstellen, gaben deshalb ihr Recht auf eine Managementbeteiligung bei Warner Bros ab, um zusätzlichen Prüfungen zu entgehen.
Ein feindlicher Angriff auf Warner
Paramount hatte am Montag ein Übernahmeangebot im Wert von 77,9 Milliarden US-Dollar vorgelegt und kämpft damit direkt gegen den Rivalen Netflix um die Kontrolle über den Konzern hinter HBO, CNN und dem traditionsreichen Filmstudio. Die US-Regierung hat ihre Sicherheitsprüfungen ausländischer Investoren in den vergangenen Jahren unter dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden wie auch unter Präsident Donald Trump deutlich verschärft.
Tencent wehrt sich gegen Spionagevorwürfe
Tencent zählt zu den größten Unterhaltungs- und Spieleinvestoren der Welt und bestreitet, Verbindungen zum chinesischen Militär zu unterhalten. Das US-Verteidigungsministerium führt den Konzern jedoch weiterhin auf einer Liste von Unternehmen mit mutmaßlichen Militärbeziehungen. Tencent, das in Hongkong an der Börse über eine Marktkapitalisierung von mehr als 700 Milliarden US-Dollar verfügt, besitzt Riot Games, hält Beteiligungen an mehreren US-Unterhaltungsmarken und betreibt die populäre WeChat-Plattform.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

