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Nvidia-Zulieferer SK Hynix prüft US-Notierung
Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller SK Hynix erwägt eine Notierung in den USA, um vom beispiellosen Kapitalzufluss in den KI-Sektor zu profitieren.
- SK Hynix plant US-Notierung für KI-Kapitalzufluss.
- Aktie stieg 2024 um 230 Prozent durch KI-Nachfrage.
- Massive Investitionen in KI-Produktion und Kapazitäten.
- Report: Vorsicht, geheim!
SK Hynix bestätigte am Mittwoch in einer Mitteilung, dass es "verschiedene Maßnahmen zur Steigerung des Unternehmenswerts" prüfe – darunter eine US-Notierung unter Nutzung von Treasury-Aktien. Eine endgültige Entscheidung stehe jedoch noch aus.
Aktie hat 2024 bereits um fast 230 Prozent zugelegt
Der Konzern, dessen Hochbandbreitenspeicher (HBM) zu den wichtigsten Komponenten in Nvidias KI-Prozessoren gehört, erlebt einen massiven Nachfrageboom. Die SK-Hynix-Aktie ist in Seoul seit Jahresbeginn um rund 230 Prozent gestiegen und zählt damit zu den größten Profiteuren der globalen KI-Euphorie.
Ein Listing in den USA würde amerikanischen Investoren einen direkteren Zugang zur Aktie ermöglichen und könnte Bewertungsunterschiede zu Konkurrenten wie Micron Technology oder Samsung Electronics verringern, die bereits in New York gehandelt werden.
Aufsichtsbehörden fordern Klarheit – ADR-Variante im Gespräch
Die Korea Exchange verlangte vom Unternehmen eine Stellungnahme zu einem Bericht der Korea Economic Daily, wonach SK Hynix Vorschläge erhalten habe, etwa 2,4 Prozent der ausgegebenen Aktien als American Depositary Receipts (ADRs) zu listen. Diese wären durch bestehende Treasury-Aktien gedeckt.
ADRs, die von US-Banken ausgegeben werden, ermöglichen Anlegern den Handel mit ausländischen Aktien in den USA. Zwar ist ihre Liquidität oft geringer als bei einer Vollnotierung, doch sie erfordern keine Kapitalerhöhung.
Milliardeninvestitionen zur Ausweitung der KI-Kapazitäten
Der Konzern investiert zudem aggressiv in neue Produktionskapazitäten, um die hohe Nachfrage nach hochwertigen KI-Speicherchips bedienen zu können. Dazu gehört auch ein 4-Milliarden-Dollar-Investment in eine Advanced-Packaging-Fabrik in Indiana, das im Einklang mit der US-Industriepolitik steht, die eine Stärkung der inländischen Halbleiterfertigung anstrebt.
Gleichzeitig profitiert SK Hynix von einer zunehmend proaktiven Industriepolitik in Südkorea. Laut Reuters erwägt Seoul den Bau einer 4,5 Billionen Won (rund 3,06 Milliarden Dollar) teuren Foundry, finanziert durch staatliche und private Mittel, um lokale Chipproduzenten im KI-Zeitalter zu stärken.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

