Ford atmet auf
Seltene Erden im Fokus: China liefert wieder, aber Europa sorgt sich
China vergibt erstmals vereinfachte Exportlizenzen für Seltene Erden. Ford profitiert sofort, deutsche Autobauer bleiben außen vor und schlagen Alarm.
- China vergibt vereinfachte Exportlizenzen für Seltene Erden.
- Ford profitiert, deutsche Autobauer bleiben außen vor.
- Unklarheit über zukünftige Lizenzvergaben bleibt bestehen.
- Report: Vorsicht, geheim!
China hat erstmals vereinfachte Exportlizenzen für Seltene Erden ausgestellt. Ford bestätigte, dass mehrere chinesische Magnetlieferanten des Konzerns zu den ersten Unternehmen gehören, die diese Genehmigungen erhalten haben. Damit sollen Lieferengpässe entschärft werden, die seit April große Teile der Automobilproduktion ausgebremst hatten.
Neuer Mechanismus nach Xi-Trump-Treffen
Die sogenannten allgemeinen Lizenzen gehen auf ein Treffen zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und dem US-Präsidenten Donald Trump in Südkorea zurück. Die neuen Genehmigungen gelten für ein volles Jahr und sollen größere Liefermengen ermöglichen, ohne dass für jede einzelne Sendung ein separater Antrag nötig ist.
Zuvor hatten Pekings strikte Exportkontrollen den globalen Markt für Seltene Erden massiv gestört. Die Pflicht, jede Lieferung neu zu beantragen, führte zu akuten Engpässen und verschaffte China erheblichen Einfluss in den Handelsgesprächen mit Washington.
Europa geht leer aus – deutsche Hersteller besorgt
Während Ford als erster ausländischer Konzern offen bestätigt, dass seine Zulieferer von der Neuregelung profitieren, wächst in Europa die Sorge. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul erklärte, dass deutsche Autobauer wie Volkswagen nicht in der ersten Vergaberunde berücksichtigt wurden. Er betonte, es sei "noch ganz schön viel Arbeit nötig", um Peking zu einer Freigabe für deutsche Unternehmen zu bewegen.
BMW beobachtet das Verfahren nach eigenen Angaben gemeinsam mit seinen Zulieferern. Volkswagen betonte, seine Versorgung sei stabil. "Unsere Lieferanten arbeiten kontinuierlich mit ihren Subunternehmern, um die notwendigen Exportlizenzen zu erhalten", erklärte der Konzern.
Offene Fragen für strategisch heikle Branchen
Unklar bleibt, wie viele Unternehmen künftig in den Genuss der neuen Lizenzen kommen. Vor allem Sektoren wie Luftfahrt und Halbleiter blicken aufmerksam auf die Entscheidung Pekings. Im November stiegen Chinas Exporte Seltener Erden bereits deutlich an, doch die Vergabepolitik bleibt intransparent.
Ford forderte beide Regierungen auf, den begonnenen Dialog fortzusetzen. "Wir sind froh, dass einige unserer Lieferanten diese Genehmigungen erhalten haben, aber wir drängen die US- und die chinesische Regierung, weiter zusammenzuarbeiten, um die Probleme in den Lieferketten vollständig zu lösen", erklärte der Konzern gegenüber Reuters.
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Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
