Milliardenrisiko für Strategy
MSCI-Ausschluss könnte Amerikas Krypto-Innovation ersticken, warnt Saylor
Wenn der Indexanbieter Firmen mit großen Bitcoin-Beständen ausschließt, könnte Strategy Milliarden verlieren. Saylor warnt vor einem gefährlichen Präzedenzfall für die gesamte Branche.
- Strategy könnte Milliarden durch MSCI-Ausschluss verlieren.
- Saylor warnt vor schädlichem Präzedenzfall für Branche.
- Ausschluss gefährdet Innovation und nationale Sicherheit.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Strategy geht in die Offensive, nachdem der Indexanbieter MSCI vorgeschlagen hat, Unternehmen aus seinen Global Investable Market Indexes zu entfernen, deren Bilanzen zu mehr als 50 Prozent aus digitalen Vermögenswerten bestehen. Der Vorstoß trifft insbesondere Strategy, den weltweit größten Bitcoin-Treasury-Halter mit Beständen von rund 61 Milliarden US-Dollar – mehr als 85 Prozent des Unternehmenswerts.
In einem ausführlichen Schreiben widersprechen Executive Chairman Michael Saylor und CEO Phong Le dem Vorhaben scharf. Der Vorschlag sei "fehlgeleitet" und "schädlich" und würde "digitale Vermögenswerte willkürlich herausgreifen und ihnen eine besonders ungünstige Behandlung zukommen lassen". Strategy argumentiert, dass Unternehmen mit hohen Engagements in Öl, Holz oder Gold nicht ähnlich behandelt würden und dass die 50-Prozent-Grenze buchhalterische Realitäten wie Preisvolatilität ignoriere.
Zentral ist Saylors Einwand, Strategy sei kein Investmentfonds: "Strategy ist ein operatives Unternehmen, das die von ihm gehaltenen Bitcoin aktiv nutzt, um Renditen für seine Aktionäre zu erzielen." Der Ansatz entspreche damit nicht passiven Fondsstrukturen, die für MSCI-Indizes ausgeschlossen sind. Ein regulatorisch motivierter Ausschluss würde Innovationen behindern und stehe "in direktem Widerspruch zu den innovationsfreundlichen Maßnahmen der aktuellen Regierung", so Strategy unter Verweis auf die kryptofreundliche Linie der Trump-Administration.
Die Warnungen bleiben nicht theoretisch. JPMorgan schätzt, dass bis zu 2,8 Milliarden US-Dollar aus Strategy abfließen könnten, sollte MSCI den Ausschluss vollziehen – und weitere Milliarden, falls andere Anbieter nachziehen. Allerdings sei dieses Risiko bereits weitgehend eingepreist, weshalb die endgültige Entscheidung zum 15. Januar auch ein positiver Katalysator sein könnte.
Die Debatte fällt in eine Phase fallender Bitcoin-Preise und wachsender Diskussionen über die Rolle von Bitcoin-Treasury-Modellen. Nachdem entsprechende Unternehmen in der Vergangenheit spektakuläre Kursgewinne erzielt hatten, notieren viele mittlerweile unter dem Wert ihrer Token-Bestände. Auch Strive Asset Management, gegründet von Vivek Ramaswamy, positioniert sich gegen MSCI und betont, Indexanbieter sollten das Marktuniversum widerspiegeln und nicht Geschäftsmodelle bewerten.
Strategy warnt, ein Ausschluss würde nicht nur die eigene Aktie belasten, sondern auch ein falsches Signal an die Branche senden: Er "würde die wirtschaftliche Entwicklung behindern und die nationale Sicherheit gefährden".
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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