Alarmstimmung am Ölmarkt
Beginnt es? Brent-Öl stark unter Druck. Ölpreis droht vor Weihnachten Preisbeben
Am Ölmarkt herrscht mittlerweile eine gewisse Alarmstimmung. Die Sorge vor einem Preisrutsch bei Brent-Öl nimmt zu. Dass sich der Ölpreis der heißen Zone um 60 USD nähert, befeuert die Sorgen vor einem Preisbeben.
- Alarmstimmung am Ölmarkt, Brent-Öl droht Preisrutsch.
- Hohe Ölproduktion trifft auf schwache Nachfrage.
- Preisbeben unter 60 USD könnte drohen, Charttechnik schwach.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Brent-Öl im Schatten von Gold und Silber
Das Börsenjahr 2025 wurde über weite Strecken von der imposanten Aufwärtsbewegung des Goldpreises und der historischen Neubewertung von Silber geprägt.
Zu den maßgeblichen Preistreibern der Edelmetalle gehört(e) die Schwäche des US-Dollars. Brent-Öl und WTI-Öl – beide ebenfalls in US-Dollar gehandelt – konnten hingegen nicht von der Greenbackschwäche profitieren; zumindest nicht in dem Ausmaß. Notierte Brent-Öl zu Jahresbeginn noch im Preisbereich von 75 US-Dollar, droht derzeit der Rücksetzer unter die 60 US-Dollar.
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Markt mit Rohöl „überflutet“
Die Schwäche des US-Dollars, immer wieder aufflammende geopolitische Konflikte – an potenziellen Preistreibern hatte es in diesem Jahr nicht gemangelt. Doch deren Wirkung wurde durch eine massive Ausweitung des Ölangebots bei gleichzeitig nur schleppender Nachfrage gedämpft bzw. abgefedert. Bereits in zurückliegenden Kommentaren zu Brent-Öl wurde das (drohende) Überangebot thematisiert. Die OPEC+ hat sich für das 1. Quartal 2026 selbst einen Stopp der Fördermengenausweitung auferlegt. Zur Begründung verwies sie auf saisonale Effekte. Die OPEC+ wird am 04. Januar erneut beraten.
Während die OPEC+ die vorangegangenen Förderausweitungen immer wieder auf die robuste Verfassung des Ölmarkts begründete, mehrten sich im Jahresverlauf Stimmen, die zur Vorsicht mahnten und auf ein drohendes Überangebot verwiesen. Nicht zuletzt zählt die IEA hierzu. Und offenkundig finden diese Stimmen immer mehr Gehör. Die Gründe liegen auf der Hand. Nicht nur die führenden Staaten der OPEC+ öffneten die Ölhähne. Auch Nicht-OPEC-Staaten weiteten ihre Produktion in den letzten Monaten zum Teil deutlich aus. Nicht zuletzt liegt die aktuelle Ölproduktion in den USA aktuell nahe ihrem Rekordhoch. Für die Nachfrageseite wird es immer schwieriger, das größer werdende Angebot aufzunehmen.
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US-Daten im Fokus
Schauen wir uns die aktuellen US-Daten für die Woche zum 05. Dezember einmal genauer an. Die EIA (U.S. Energy Information Administration) vermeldete für die Woche zum 05. Dezember einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 1,8 Mio. Barrel auf 425,7 Mio. Barrel. In den letzten Wochen verzeichneten die US-Rohöllagerbestände einen Aufbau. Insofern trug der aktuelle Rückgang zur Beruhigung der Gemüter bei. Die US-Ölproduktion verzeichnete in der Woche zum 07. November mit 13,862 Mio. bpd ihr bisheriges Rekordhoch. Nach einer leichten Abkühlung der Förderaktivitäten nahm der Ausstoß in der Woche zum 05. Dezember wieder Schwung auf. Die EIA gab die US-Ölproduktion mit 13,853 Mio. bpd an.
Zusammengefasst – Preisbeben wohl unausweichlich
Vor dem Hintergrund der Marktgegebenheiten (hohes Angebot, schwächelnde Nachfrage) orientierte sich Brent-Öl wieder in Richtung 60 US-Dollar. Seit Wochen steckt der Ölpreis in einer Handelsspanne von 65 US-Dollar bis 60 US-Dollar fest. Es ist der sprichwörtliche Ritt auf der Rasierklinge. Bereits ein leichter Rücksetzer unter die 60 US-Dollar könnte die Lawine lostreten. Ob der fundamentalen Gemengelage und der schwachen Charttechnik ist unverändert eine abwärtsgerichtete Bewegung des Ölpreises in Richtung 52 US-Dollar und 46,5 US-Dollar zu präferieren. Nur ein nachhaltiger Vorstoß über die 70 US-Dollar würde das Szenario abwenden.
Die Aktien der großen Ölproduzenten, wie BP, Shell, Exxon Mobil oder Chevron hinken den Aktien der großen Gold- und Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Hecla Mining und nicht zuletzt Pan American Silver in ihrer Entwicklung hinterher. Es sollte in Anbetracht der Situation nicht überraschen, wenn die Lücke zu Jahresbeginn weiter aufgeht.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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