Allianz mit KNDS im Gespräch
Schmiedet Rheinmetall einen neuen europäischen Rüstungsriesen zusammen?
Die Zeichen für die europäische Rüstungsindustrie stehen weiter klar auf Wachstum. Rheinmetall könnte seine Position durch eine Übernahme von KNDS stärken. Für einen Deal bräuchte es politische Rückendeckung.
- Rheinmetall plant Übernahme von KNDS für Wachstum.
- Politische Unterstützung entscheidend für den Deal.
- KNDS-IPO könnte Rheinmetalts Pläne gefährden.
- Report: Vorsicht, geheim!
Wie Bloomberg am Mittwoch exklusiv meldet, hat sich Rheinmetall-CEO Armin Papperger in den vergangenen Monaten intensiv mit Politikern in Berlin sowie Vertretern der staatlichen Förderbank KfW über eine engere Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Mitbewerber KNDS beraten. Ziel ist die Schaffung eines führenden europäischen Landverteidigungsunternehmens.
Laut Bloomberg könnte Rheinmetall einen erheblichen Anteil an KNDS erwerben, das aktuell von der deutschen Familienholding Wegmann zu 50 Prozent gehalten wird, während der andere Hälfte in französischem Staatsbesitz liegt. Ein strategisches Interesse an den deutschen Operationen von KNDS, die ursprünglich aus Krauss-Maffei Wegmann hervorgingen, ist ebenfalls Teil der Überlegungen.
Papppger betonte in einem Interview, dass der Erfolg eines solchen Zusammenschlusses vor allem von politischen Entscheidungen abhänge. Ein Zusammenschluss der beiden Rüstungsriesen würde erhebliche Effizienzgewinne, Kostenersparnisse und Synergien bei der Produktion wichtiger Landverteidigungssysteme wie dem Leopard-Panzer, dem Puma-Schützenpanzer und dem Boxer-Transportpanzer mit sich bringen.
Doch die französische Regierung und die Unternehmensführung von KNDS stehen einer engeren Zusammenarbeit kritisch gegenüber. KNDS-CEO Jean-Paul Alary äußerte sich zuletzt skeptisch gegenüber einer Übernahme durch Rheinmetall und betonte, dass dies nicht die strategischen Vorteile bringe, die notwendig seien.
Für Rheinmetall könnte die Investition in KNDS jedoch nicht nur auf politische Hürden stoßen, sondern auch den geplanten Börsengang von KNDS gefährden, der für das kommende Jahr in Aussicht steht. Ein solcher IPO könnte das Unternehmen auf etwa 20 Milliarden Euro bewerten und die Position von Rheinmetall als einen der führenden europäischen Verteidigungskonzerne gefährden.
Während Rheinmetall aktuell von einem Rekordumsatz von über einer Milliarde Euro im letzten Jahr profitiert, steht die deutsche Rüstungsfirma durch den boomenden Markt für Verteidigungssysteme weiterhin stark im Wettbewerb. Ein strategischer Schritt hin zu KNDS könnte helfen, Europas Verteidigungsindustrie in einem zunehmend fragmentierten Markt zu konsolidieren. Gespräche mit der KfW und möglichen politischen Investoren laufen weiter.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,84 % und einem Kurs von 1.622EUR auf Tradegate (11. Dezember 2025, 14:44 Uhr) gehandelt.
