Das Vermögens-Rezept
So würde ein Profi jetzt 1.000.000 US-Dollar anlegen
Profis investieren völlig anders als Privatanleger – und 2026 sind die Regeln härter denn je. Welche Mischung aus Aktien, Anleihen, KI-Trends und sicheren Häfen jetzt wirklich zählt, verraten Top-Strategen.
- Profis setzen auf Diversifikation und Megatrends.
- 60% Aktien, 37% Anleihen, 2% Gold, 1% Cash.
- KI und Reindustrialisierung als zentrale Chancen.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Anleger stehen aktuell vor einem komplexen Marktumfeld, geprägt von geopolitischen Risiken und einer geldpolitischen Neuorientierung der großen Zentralbanken. Dennoch zeichnen führende Strategen einen erstaunlich klaren Weg: investiert bleiben, breit diversifizieren und strukturelle Megatrends wie KI, Industrieausbau und hochwertige Anleihen als Kernbausteine nutzen.
Für Anleger mit moderatem Risiko empfehlen Experten wie Citi Wealth vollständig investierte Multi-Asset-Portfolios. 60 Prozent Aktien, 37 Prozent Anleihen, 2 Prozent Gold und 1 Prozent Cash seien ein robustes Grundmodell. Der Fokus liegt dabei auf US-Large-Caps sowie einer leichten Übergewichtung Europas und Chinas. Künstliche Intelligenz bleibe der "bedeutendste strukturelle Wachstumstrend unserer Zeit", zitiert CNBC Citi-Analyst Lui Chee Ming, auch wenn überdehnte Bewertungen Risiken bürgen.
Auch Commonwealth-Stratege Chris Fasciano sieht Chancen in einer breiteren Aufstellung. Internationale Aktien seien nach Jahren der Unterperformance attraktiv geworden – insbesondere durch den anlaufenden Wiederaufrüstungs- und Infrastrukturzyklus in Europa.
Aggressive Anleger könnten ihren Aktienanteil deutlich erhöhen. Laut Citi sei eine "höhere Aktien- und Themengewichtung" sinnvoll, insbesondere in KI-getriebenen Wachstumsbranchen. Dietze Wealth Management hält sogar ein Aktienengagement von bis zu 100 Prozent für gerechtfertigt. Vermögende Kunden setzen laut AlTi Global zunehmend auf alternative Anlagen wie Private Credit, der weiterhin attraktive Risikoaufschläge bietet. CIO Nancy Curtin erwartet zudem, dass generative KI einen mehrjährigen Innovationszyklus auslösen wird: innovationsgetriebene Bullenmärkte seien historisch länger und höher bewertet. Neben Tech rücke die "Reindustrialisierung der USA" in den Fokus, unterstützt durch Investitionen in Industrie, Logistik, Gesundheit und Schwellenländer.
Für konservative Anleger bleiben hochwertige Anleihen und dividendenstarke Qualitätsaktien der sichere Weg. David G. Dietze, leitender Anlagestratege von Dietze Wealth Management, warnt vor Junk Bonds und empfiehlt Laufzeiten unter fünf Jahren, um Zinsrisiken zu begrenzen. Bargeld bleibe wichtig für Liquidität und Risikopuffer.
Trotz schwächelnder fossiler Brennstoffpreise sieht Dietze Chancen im Energiesektor, dessen Bewertungen niedrig seien. Er betont jedoch, dass Anleger Rezessionsängste nicht überbewerten sollten: "Aktien könnten während einer Rezession durchaus steigen", wenn die Märkte auf stimulierende Politik setzen.
Unterm Strich raten alle Experten zu Disziplin, Struktur und Geduld. Megatrends wie KI, Industrieausbau, Private Credit und Gold könnten Portfolios in der nächsten Marktphase entscheidend prägen – unabhängig davon, ob ein Anleger vorsichtig oder risikofreudig agiert.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

