Kräftiger Absturz!
Alzchem crasht zweistellig – Paniksignal oder Einstiegschance?
Die Aktie des Spezialchemieherstellers rauschen Zur Wochenmitte kräftig ab. Müssen Anleger sich Sorgen machen – oder ist der Rücksetzer nach der starken Rally genau die Gelegenheit, auf die viele gewartet haben?
- Alzchem-Aktie fällt um über 10 Prozent, Gewinnmitnahmen?
- Analysten bleiben optimistisch, Kursziele angehoben.
- Kreatin und Defense als Wachstumstreiber bis 2027.
- Report: Vorsicht, geheim!
Analysten sind weiterhin positiv gestimmt
An den Perspektiven des Spezialchemiekonzerns hat sich indes nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Neue Studien bestätigen Alzchem einen robusten Wachstumskurs. Die Privatbank Berenberg bekräftigt ihr Kaufurteil und sieht den fairen Wert erst bei 185 Euro. Analyst Gerhard Orgonas verweist darauf, dass Kreatin in der Lebensmittelindustrie immer stärker zum Mainstream werde – die jüngste Kooperation mit Ehrmann führt er dafür als Beleg an.
Auch Montega bleibt positiv und hebt das Kursziel von 160 auf 175 Euro an. Die Experten betonen, dass Alzchem kein Ein-Produkt-Unternehmen sei, sondern über mehrere starke Wachstumsfelder verfüge.
Wachstumstreiber Kreatin und Defense
Im Fokus steht weiterhin der Ausbau des margenstarken Kreatin-Geschäfts. Für rund 120 Millionen Euro wird eine neue Produktionsanlage errichtet, die ab dem zweiten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen soll. Das zusätzliche Umsatzpotenzial wird im niedrigen dreistelligen Millionenbereich pro Jahr geschätzt.
Gleichzeitig gewinnt das Defense-Segment weiter an Bedeutung. Die Vorprodukte für Artilleriemunition – etwa Guanidinnitrat und Nitroguanidin – treffen auf strukturell steigende Nachfrage. Die geplante Verdopplung der Kapazitäten bis 2027 dürfte sich als strategisch goldrichtig erweisen.
Starke Geschäftszahlen
Für das dritte Quartal meldete Alzchem einen Umsatz von 137,27 Millionen Euro nach 128,94 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 16,29 Millionen Euro nach 12,38 Millionen Euro im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 1,61 Euro gegenüber 1,22 Euro.
In den ersten neun Monaten erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 424,83 Millionen Euro nach 415,19 Millionen Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 46,72 Millionen Euro nach 38,96 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie erreichte 4,62 Euro gegenüber 3,83 Euro im Vorjahr.
Mein Tipp: Kurz auf die Lauer legen – dann zuschlagen
Zwar ist die Bewertung inzwischen gehoben, das KGV bleibt auch kommenden im Jahr über 20, doch mit dem Rückenwind aus Kreatin, Defense und der strategischen Transformation Richtung margenstarke Spezialchemie sprechen viele Faktoren für neue Höchststände, sobald die Korrektur abgeschlossen ist.
Nach der starken Rally waren Gewinnmitnahmen zu erwarten. Dass die Korrektur so heftig ausfiel, ist zudem der Tatsache geschuldet, dass der Streubesitz der Aktie klar unter 50 Prozent liegt. Daher bleibt festzuhalten: Der heutige Rücksetzer ist aus fundamentaler Sicht kein Grund zur Sorge. Wer sich für die Aktie interessiert, bekommt eine attraktive Gelegenheit, um Positionen aufzubauen. Sobald die Aktie eine Boden bildet, kann zugeschlagen werden.
Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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