Beginnt jetzt der Turnaround?
Starke Lululemon-Zahlen katapultieren Adidas an die DAX-Spitze!
Der Sportartikelhersteller Lululemon hat am Donnerstagabend zufriedenstellende Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie kann davon deutlich profitieren.
- Lululemon überrascht mit starken Quartalszahlen.
- Umsatz steigt um 6,7% auf 2,56 Mrd. USD.
- Aktie springt um 10,7%, CEO-Wechsel sorgt für Hoffnung.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Lululemon überrascht mit starken Zahlen
Sorgen um den Wachstumskurs sowie Ärger mit der Zoll- und Handelspolitik haben den Anlegerinnen und Anlegern des kanadischen Sportartikelherstellers Lululemon, inzwischen zu einem ernstzunehmenden Rivalen von Adidas und Nike aufgestiegen, ein schwaches Börsenjahr beschert. Die Aktie notierte am Donnerstagabend mit einem Minus von 51,1 Prozent.
Doch am Freitag dürfte das Papier seine schwache Bilanz erheblich verbessern: Die am Vortag in der US-Nachbörse vorgelegten Quartalszahlen fielen überzeugend aus und sorgten für einen zweistelligen Kurssprung. Das strahlt vor dem Wochenende auch auf die Aktien der Mitbewerber aus.
Fokus auf Wachstumsmärkte zahlt sich aus
Gegenüber dem Vorjahresquartal kletterten die Erlöse allen herausfordernden Umständen zum Trotz um 6,7 Prozent auf 2,56 Milliarden US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen um 80 Millionen US-Dollar übertroffen werden. Während das Unternehmen auf dem US-Markt mit der anhaltend schwachen Verbraucherstimmung zu kämpfen hatte und um 3,0 Prozent einbüßte, zogen die Verkäufe auf dem chinesischen Markt um 42,4 Prozent an, was fast ein Fünftel zum Gesamtumsatz beisteuerte.
Auch auf dem kanadischen Heimatmarkt hatte Lululemon mit einem leichten Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu kämpfen. Doch der Rückgang hier konnte durch ein stärkeres Wachstum im Rest der Welt (+20,2 Prozent) ausgeglichen werden. Damit nimmt die internationale Expansion über den nordamerikanischen Heimatmarkt hinaus an Fahrt auf.
Nettogewinn rückläufig, aber über den Erwartungen
Die Ertragslage fiel gegenüber dem Vorjahr schwächer aus. Das ist einerseits auf Importzölle zurückzuführen und andererseits auch auf die verstärkte Abhängigkeit von Rabattaktionen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) fiel von 2,87 auf 2,59 US-Dollar, konnte die Erwartungen damit aber um 38 Cent schlagen.
Insgesamt erzielte der Konzern einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von rund 307 Millionen US-Dollar. Im Jahr zuvor konnten die Kanadier noch knapp 352 Millionen US-Dollar erwirtschaften. Das stellt einen Rückgang um 12,8 Prozent dar – deutlich weniger als die Aktie seither gefallen ist.
Gesamtjahresprognose geringfügig angehoben
Für das Weihnachtsquartal legte das Unternehmen eine Prognose den Erwartungen entsprechend vor. Die Erlöse sollen sich auf 3,543 Milliarden US-Dollar (Mittelpunkt-Schätzung) belaufen, das liegt um rund 30 Millionen US-Dollar unter dem Konsens von 3,57 Milliarden US-Dollar.
Daraus soll ein bereinigter Gewinn je Anteil von 4,71 US-Dollar erzielt werden – etwas weniger als die von Expertinnen und Experten erhofften 4,94 US-Dollar. Für das Gesamtjahresergebnis dürfte das jedoch unerheblich bleiben. Hier konnte Lululemon mit 12,92 bis 13,02 US-Dollar je Aktie eine Gewinnschätzung über dem Konsens von 12,86 US-Dollar vorlegen.
Plus 10,7 Prozent: Lululemon schiebt auch Adidas und Nike an
In der US-Nachbörse schoss die Aktie aus dem Stand deutlich in die Höhe und brachte es nach 3,75 Millionen außerbörslich gehandelten Stücken schließlich auf ein Plus von 10,7 Prozent. Damit verzeichnete Lululemon erstmals seit September einen Kurs von über 200 US-Dollar, außerdem könnte die nach den letzten Quartalszahlen gerissene Kurslücke am Freitag aus dem Stand geschlossen werden.
Vollständig über den Berg ist die Aktie damit jedoch noch nicht, wenngleich sie sich gegenüber ihren Mehrjahrestiefs deutlich erholt hat. Die bei 231,89 US-Dollar liegende 200-Tage-Linie ist noch ein gutes Stück entfernt. Erst deren Überwinden dürfte eine nachhaltige Trendwende bedeuten.
Von den Zahlen über den Erwartungen konnten auch die Anteile der Mitbewerber profitieren. DAX-Wert Adidas legte am frühen Freitagmorgen um rund 0,7 Prozent zu und setzt seine Erholung ebenfalls fort. Nike durfte sich in der US-Nachbörse ebenfalls über ein kleines Plus freuen.
Fazit: CEO-Abgang sorgt für Erleichterung, weitere Kursgewinne zu erwarten
Zum starken Kursanstieg dürfte neben den übertroffenen Erwartungen auch der angekündigte Führungswechsel beigetragen haben. CEO Calvin McDonald genoss zuletzt nicht mehr das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger. Auch Kunden hegten Zweifel am Kurs des Unternehmens.
In den vergangenen Monaten war es zu einer wachsenden Zahl an Beschwerden über eine nachlassende Produktqualität gekommen. Bis eine Nachfolgerin, ein Nachfolger gefunden wurde, wird die Rolle interimistisch von Verwaltungsratsmitglied Marti Morfitt ausgefüllt.
Da die Aktie nach einem Crash in diesem Jahr deutlich unter ihren historischen Bewertungsvielfachen handelt und selbst nach dem Kursanstieg von 10,7 Prozent mit einem KGVe 2026 von rund 16 noch überschaubar bewertet ist, könnten die nachbörsliche gewährten Kursgewinne in den kommenden Tagen und Wochen anhalten und die Erholung weitergehen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

