Ein Schritt in die Zukunft
JPMorgan wählt Solana für erstmals blockchainbasierte Unternehmensschulden
JPMorgan verlagert erstmals Unternehmensschulden auf eine öffentliche Blockchain und setzt dabei auf Solana – SOL-Kurs steigt 6 Prozent.
- JPMorgan strukturiert erste Anleihe auf Solana-Blockchain.
- Solana-Kurs steigt um 6 Prozent auf 193 US-Dollar.
- Institutionelle Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten wächst.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die größte US-Bank JPMorgan hat für Galaxy Digital erstmals eine tokenisierte Unternehmensanleihe auf der öffentlichen Solana-Blockchain strukturiert und abgewickelt. Der Deal gilt als eine der ersten Schuldtitel-Emissionen überhaupt, die vollständig auf einer öffentlichen Blockchain ausgeführt wurden.
Solana legt am Freitagmorgen um sechs Prozent auf 193 US-Dollar zu. Damit ist Solana der stärkste Performer unter den größten Kryptowährungen.
JPMorgan startet USCP: Schuldtitel direkt auf der Blockchain
Kern der Transaktion ist der neue USCP-Token (U.S. Commercial Paper), ein von JPMorgan entwickeltes, tokenisiertes Instrument für kurzfristige Unternehmensfinanzierung. Über diesen Token platzierte eine Tochtergesellschaft von Galaxy Digital erstmals kommerzielle Schuldverschreibungen am US-Markt – vollständig on-chain auf Solana.
Käufer der Schuldpapiere waren die Krypto-Börse Coinbase sowie der Vermögensverwalter Franklin Templeton. Beide Unternehmen bezeichneten den Kauf als eine der ersten institutionellen Schuldtitel-Emissionen, die auf einer öffentlichen Blockchain umgesetzt wurden. Details zum Volumen oder zu den Konditionen der Anleihe wurden nicht veröffentlicht.
Sowohl Ausgabe als auch Rückzahlung erfolgen über den Stablecoin USDC von Circle, was die Transaktion vollständig blockchainbasiert macht. Die beteiligten Unternehmen sprechen von einem weiteren "Market First" im entstehenden Markt für tokenisierte Geldmarktinstrumente.
Institutionelle Nachfrage trifft auf Solana-Infrastruktur
Scott Lucas, Leiter Digital Assets im Marktgeschäft von JPMorgan, sieht in dem Deal ein klares Signal. Die Transaktion zeige sowohl die wachsende institutionelle Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten als auch die Fähigkeit der Bank, neue Finanzinstrumente sicher auf einer öffentlichen Blockchain abzubilden.
Solana wurde dabei bewusst gewählt. Die Blockchain gilt als schnell, kosteneffizient und zunehmend institutionentauglich. Coinbase übernimmt in dem Konstrukt eine Schlüsselrolle. Die Börse stellt die Verwahrung der privaten Schlüssel, Wallet-Infrastruktur sowie On- und Off-Ramp-Services für USDC bereit.
Galaxy treibt On-Chain-Finanzierung konsequent voran
Für Galaxy Digital ist der Schritt Teil einer größeren Strategie. Das Unternehmen treibt seit Monaten intensiv die Verlagerung zentraler Finanzprozesse auf die Blockchain voran. Bereits Anfang des Jahres hatte Galaxy tokenisierte Repräsentationen seiner SEC-registrierten Aktie auf Solana ausgegeben.
Zudem zählt Galaxy zu den wichtigsten Unterstützern von Forward Industries, das die größte bekannte Solana-Treasury verwaltet und aktiv an neuen Modellen der blockchainbasierten Finanzialisierung arbeitet.
Jason Urban, Global Head of Trading bei Galaxy, bezeichnete die aktuelle Emission als praktischen Beweis dafür, wie öffentliche Blockchains die Kapitalmärkte effizienter machen können. Offene und programmierbare Infrastruktur ermögliche institutionelle Finanzprodukte, die schneller, transparenter und global zugänglich seien.
Solana rückt ins Blickfeld der Wall Street
Die Entscheidung von JPMorgan, einen derart prominenten Deal auf Solana umzusetzen, könnte langfristige Auswirkungen haben. Während viele frühe Tokenisierungsprojekte auf privaten oder konsortialen Blockchains stattfanden, markiert die Galaxy-Emission einen klaren Schritt hin zu öffentlichen Netzwerken.
Für Solana bedeutet dies nicht nur einen kurzfristigen Kursschub, sondern potenziell den Einstieg in eine neue Phase institutioneller Nutzung.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

