Kurspotenziale bis 85 %
Quantenboom: Markt vor Ver-100-Fachung – die nächsten "Nvidias" stehen bereit
Ein Jahrzehnt der Superlative: Mizuho erwartet ein Marktwachstum von 1 auf 205 Milliarden US-Dollar. IonQ, Rigetti und D-Wave sollen überproportional profitieren.
- Mizuho prognostiziert Quantenmarkt von 1 auf 205 Mrd.
- IonQ, Rigetti und D-Wave erhalten "Outperform"-Bewertung.
- Quantencomputing könnte 10.000-fache Leistungssteigerung bringen.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die Investmentbank Mizuho hat ihre erste umfassende Analyse zum globalen Quantencomputing-Sektor vorgelegt und die Branchenunternehmen IonQ, Rigetti Computing und D-Wave Quantum jeweils mit einem "Outperform" bewertet. Analyst Vijay Rakesh sieht die Technologie an einem Wendepunkt und spricht von "exponentiellen Chancen", da die Branche seiner Einschätzung nach den steilsten Abschnitt ihrer Wachstumskurve erreicht.
Mizuho setzt für IonQ, Rigetti und D-Wave ehrgeizige Kursziele von 90, 50 und 46 US-Dollar, was je nach Unternehmen einem Aufwärtspotenzial von 73, 85 und 64 Prozent entspricht. Rakesh begründet die hohen Bewertungen mit einem möglichen Technologiesprung, der klassische und KI-basierte Rechenleistung um ein Vielfaches übertreffen könnte. Quantencomputing könne "eine exponentielle [mehr als] 10.000-fache Leistungssteigerung gegenüber klassischer/KI-Rechenleistung bewirken", schrieb er.
Der Analyst erwartet, dass der adressierbare Markt der Branche von rund 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2025 auf 205 Milliarden US-Dollar im Jahr 2035 wächst – eine Verhundertfachung innerhalb eines Jahrzehnts. Anleger suchten "nach dem nächsten Nvidia", so Rakesh, und die Quantenfirmen könnten genau diese Chance bieten, auch wenn kurzfristige Umsätze "unregelmäßig" blieben.
IonQ sieht Mizuho als Branchenführer. Das Unternehmen profitiere von niedrigen Fehlerraten, längeren Kohärenzzeiten und einer Full-Stack-Architektur aus Hardware, Vernetzung und Sensorik. Langfristig könnte IonQ rund 16 Prozent des Marktes erreichen.
Rigetti traut Mizuho technologische Durchbrüche bis 2027 zu: Mehr als 1.000 Qubits und eine Gate-Fidelity von 99,8 Prozent – was bedeutet, dass die Rechenoperationen des Quantencomputers nahezu fehlerfrei ausgeführt werden. Die über 450 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln würden reichen, um "mindestens bis 2030" ohne zusätzliche Finanzierung auszukommen. Langfristig seien rund 10 Prozent Marktanteil möglich.
D-Wave bleibt laut Rakesh der dominierende Anbieter im Bereich Quantum Annealing, einer Schlüsseltechnologie für Optimierungsprobleme. Auch hier sieht er langfristig rund 10 Prozent Marktanteil und strategisches Potenzial für Übernahmen.
Trotz erst 140 Millionen US-Dollar Umsatz der drei Unternehmen in diesem Jahr hält Mizuho die Branche für eine der kommenden Kerntechnologien der Computerwelt. Die Entwicklung werde von mehr als 1.000 fehlerkorrigierten logischen Qubits vorangetrieben – einem Meilenstein, der laut Rakesh die kommerzielle Einführung beschleunigt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

