KI-Boom trotz Skepsis
Google und Nvidia pushen Taiwan: Die Börse steuert auf ein Rekordhoch zu!
Taiwans Börse steigt trotz weltweiter KI-Sorgen weiter. Anleger setzen auf Nvidia, Google und die einzigartige Rolle der Insel im globalen Chip-Ökosystem.
- Taiwans Börse bleibt stark trotz globaler KI-Sorgen.
- TSMC als Schlüsselakteur im KI-Chip-Markt.
- Ausländische Verkäufe bremsen nicht, Anleger optimistisch.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
Taiwans Aktienmarkt zeigt keine Müdigkeit, obwohl weltweit Sorgen über eine mögliche Überhitzung der künstlichen Intelligenz die Stimmung dämpfen. Die techlastige Insel setzt ihren Aufwärtstrend unbeirrt fort und steht laut Investoren kurz davor, im Jahr 2026 die Marke von 30.000 Punkten zu überschreiten. Der Leitindex der Taiwan Stock Exchange hat sich in drei Jahren fast verdoppelt, während eine starke Nachfrage nach KI-Chips die Gewinne der Halbleiterindustrie nach oben treibt.
Quelle: Investing.com
Während ausländische Anleger wegen hoher Bewertungen vorsichtig agieren, greifen taiwanesische Investoren beherzt zu. Analysten betonen, dass sie auf die Schlüsselrolle Taiwans im globalen KI-Ökosystem setzen. Sogar der zunehmende Wettbewerb zwischen Nvidia und Google wird als Vorteil gewertet, denn Taiwan liefert die Bauteile für beide Architekturen.
Ein zentraler Treiber ist TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiter. Das Unternehmen produziert für NVIDIA hochmoderne KI-Chips, darunter die Blackwell-Architektur, die entscheidend für die globale Nachfrage ist. Auch Google setzt auf TSMC, um mehrere Generationen von Tensor-Chips vom G5 im Pixel 10 bis zum G9 im Pixel 14 herzustellen.
"Taiwan ist ein wichtiger Nutznießer des KI-Marktes", sagte Piter Yang, Fondsmanager bei Fuh Hwa Securities Investment Trust. Er verweist auf den Status der Insel als globales Zentrum der Halbleiterfertigung.
Wenig Angst vor einer Blase
Der Markt wird auch von stabilen Gewinnen gestützt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 21 und damit niedriger als bei Nasdaq oder Nikkei. Für viele Investoren ist das ein Argument gegen eine Blasenbildung. "Wir machen uns keine Sorgen über eine KI-Blase", betonte Li Fang-kuo, Chef der Investmenttochter des Uni-President-Konzerns. Die hohen Margen der führenden US-Technologiekonzerne überzeugten ihn, dass die Situation nicht mit der Dotcom-Ära vergleichbar sei.
Auch Goldman Sachs sieht keine voll ausgeprägte Blase und bleibt bei einem Übergewicht für Technologiewerte. Die Bank erwartet, dass Hyperscaler-Investitionen im Jahr 2026 auf 552 Milliarden und 2027 auf 644 Milliarden steigen. In den kommenden zwölf Monaten könnte der Taiwan-Index laut Goldman auf 30.200 Punkte klettern.
Auslandsverkäufe bremsen nicht
Obwohl ausländische Anleger seit Jahresbeginn Aktien im Wert von umgerechnet 17 Milliarden US-Dollar verkauft haben, bleibt die Stimmung stabil. Die Abflüsse folgen bereits massiven Verkäufen im Vorjahr. Gründe sind Handelsunsicherheiten, Gewinnmitnahmen und punktuelle KI-Risiken.
Trotzdem zeigen taiwanesische Werte Stärke und liegen dieses Jahr rund 22 Prozent im Plus. Kieron Kader von Alquity sagte: "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass Taiwan ein unverzichtbarer Teil der KI-Lieferkette ist." Die Nähe zu TSMC schaffe einen Vorteil, der kaum zu kopieren sei.
Nordea-Managerin Gina Kim erwartet, dass die strukturelle Nachfrage nach KI und hochwertigen Chips bis 2026 intakt bleibt und die Branche langfristig profitiere. Uni-President-Manager Li sieht den Leitindex bereits im kommenden Jahr bei 30.000 Punkten – getrieben von TSMC, Foxconn, Elite Material und weiteren Schlüsselunternehmen der KI-Kette.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

