Preisschock statt 100 USD?
Silber lässt am Freitag Federn. Welches Potenzial hat der Silberpreis nun noch?
Am Freitag markierte der Silberpreis mit 64,5 USD ein neues Rekordhoch. Danach setzten Gewinnmitnahmen ein. Silber taumelte dem Wochenende entgegen. Dabei sah es sogar nach einem Test der 60 USD aus. Ein böses Omen?
- Silberpreis erreicht Rekordhoch bei 65 USD, Gewinnmitnahmen.
- Nervosität unter Anlegern wächst, Crash-Vorboten befürchtet.
- Rallye bleibt intakt, Silber als sichere Hafen-Alternative.
- Report: Vorsicht, geheim!
Ist der Preiseinbruch bei Silber ein Crash-Vorbote?
Im Englischen heißt es bekanntlich „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.“. Viel zutreffender kann man die Situation bei Silber wohl nicht beschreiben. Die Rallye heizte sich in den letzten Monaten enorm auf. Die Luft flimmert mittlerweile. Droht die Überhitzung? Ist es Zeit, das Feld bzw. die Küche zu räumen; zumindest temporär? Diese Fragen sollte man sich angesichts der galoppierenden Silberpreisentwicklung durchaus stellen. Aber genau genommen hätte man sich diese Fragen bereits bei 40 US-Dollar, 50 US-Dollar oder zuletzt bei 60 US-Dollar stellen müssen.
Angesichts der enormen Dynamik ist es verständlich, dass die Nervosität unter Anlegern und Investoren stetig zunimmt und daher hinter jedem etwas größeren Preisrückgang bzw. Preiseinbruch der Vorbote eines Crashs vermutet wird. Die mahnenden Stimmen werden lauter. Zuletzt warnte die UBS vor Exzessen am Silbermarkt.
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Silberpreis läuft Gefahr, zu überhitzen. Und doch ist kein Ende der Rallye in Sicht
Silber läuft in diesen Tagen heiß – soweit die wenig spektakuläre Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Die immer steiler verlaufenden Aufwärtstrends dokumentieren das aus charttechnischer Sicht. Doch auch die Gold-Silber-Ratio verdeutlicht das unfassbare Momentum des Silberpreises. Der Goldpreis notiert aktuell bei 4.300 US-Dollar, Silber bei knapp 62 US-Dollar. Die Gold-Silber-Ratio beträgt damit zum Wochenende hin knapp 69. Noch vor einer Woche notierte die Gold-Silber-Ratio bei knapp 72. Die Ratio liegt unverändert auf einem 52-Wochen-Tief. Nicht zu vergessen: Noch im April und Mai dieses Jahres wurden an dieser Stelle dreistellige Ratiowerte thematisiert. Ist Silber unter diesem Aspekt überkauft? Ja, aber rückt man das Ganze in den übergeordneten Kontext, dann ist dem nicht so. Als langfristig relevanter Ratio-Wert gilt 60.
Man könnte allerdings auch ins Jahr 2011 zurückgehen; als ebenfalls eine Silberrallye tobte und sich die Ratio unter 40 bewegte und dabei die 30 ins Visier nahm. Kurzum: Es wäre unter Heranziehung der Ratio noch erheblicher Spielraum da, um den Silberpreis explodieren zu lassen. Letztendlich hat der Markt immer recht. Will er nach oben, dann interessiert die vermeintlich überkaufte Lage herzlich wenig. Solange das Momentum da ist, ist die Rallye intakt. Prekär würde es jedoch werden, wenn die Stimmung und das Momentum abrupt kippen. Aber für solche Fälle gibt es bekanntlich diverse Strategien zur Gewinnabsicherung. Das trifft auch auf Gold zu, das sich seinen Weg in Richtung 5.000 US-Dollar bahnt.
Aufwärtsbewegung von Silber steht auf einer breiten Basis
Die Aufwärtsbewegung des Silberpreises steht auf einer breiten Basis und wird von mehreren Säulen getragen. Zu nennen sind hier u.a. die ausgeprägte Greenbackschwäche, moderate Renditen der für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen, das strukturelle Defizit des Silbermarktes und nicht zuletzt der Umstand, dass Silber eine relevante Alternative zu Gold als sicherer Hafen geworden ist - Stichwort physisch besicherte Silber-ETFs.
Zusammenfassung - Silberpreis auf dem Prüfstand
Abverkauf, Korrektur oder Crash werden sicherlich irgendwann kommen. Das kann jetzt sein, bei 80 US-Dollar oder womöglich auch erst bei 100 US-Dollar. Auch die imposantesten Aufwärtsbewegungen erliegen irgendwann der Schwerkraft – davon können Tech-Werte wie Nvidia, Palantir etc. oder aber Rüstungswerte wie Rheinmetall, Renk etc. bekanntlich ein Lied singen. Und irgendwann wird es auch Silber und Silberproduzenten treffen. Doch die entscheidende Frage ist, wann dem so sein wird…
Die Fed hat mit der Leitzinssenkung um 25 Basispunkte nicht nur Dax, S&P 500 oder Nasdaq 100 angeschoben, auch Gold und Silber profitierten. Selbst bei Platin, das bis vor kurzem noch in der Klemme steckte, scheint sich das Blatt zu wenden.
Die Aktien der großen Gold-Silberproduzenten stellen nach wie vor eine exzellente Alternative zu den hochbewerten Tech- und Rüstungsaktien dar. Barrick, Newmont, Hecla Mining oder aber Pan American Silver entwickelten sich in den letzten Monaten zu veritablen Cash-Maschinen. Deren Erfolgsgeschichte ist noch nicht auserzählt. Und das dürfte auch für Silber gelten. In den zurückliegenden Silber-Kommentaren an dieser Stelle wurden immer wieder die 100 US-Dollar als potenzielles Bewegungsziel für 2026 genannt. Daran ändert auch der Rücksetzer vom Freitag nichts. Der Silberpreis ist anfällig für Korrekturen, aber noch ist keine obere Trendwende auszumachen. Insofern gilt bis auf weiteres übergeordnet: Volle Kraft voraus.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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