Einstiger Meme-Star kollabiert
iRobot verschwindet von der Börse – Aktie crasht zweistellig
US-Ikone iRobot hat Insolvenz angemeldet und fällt Picea Robotics in die Hände. Hohe Zölle und Billigkonkurrenz besiegelten das Ende. Anleger reagieren panisch.
- iRobot meldet Insolvenz an, Picea Robotics übernimmt.
- Hohe Zölle und Konkurrenz führten zum Niedergang.
- Betrieb bleibt, aber unter chinesischer Kontrolle.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
iRobot hat am Sonntag in Delaware Insolvenz nach Chapter 11 beantragt und damit den Höhepunkt eines jahrelangen Niedergangs erreicht. Das Unternehmen wird im Zuge einer vorab vereinbarten Restrukturierung vollständig von seinem Hauptproduzenten und Kreditgeber Picea Robotics sowie Santrum Hong Kong übernommen und von der Nasdaq verschwinden. iRobot bleibt operativ bestehen, wird aber künftig als privates Unternehmen unter chinesischer Kontrolle geführt.
Auslöser der Schieflage waren verschärfter Wettbewerb durch günstigere chinesische Anbieter wie Ecovacs, hohe US-Zölle und massive Kostensteigerungen in der Lieferkette. Eine 46-prozentige Abgabe auf Importe aus Vietnam belastete iRobot allein 2025 mit zusätzlich 23 Millionen US-Dollar. Während der Umsatz 2024 noch rund 682 Millionen US-Dollar erreichte, verschlechterte sich die Profitabilität weiter. Bereits im März 2025 hatte das Management vor "erheblichen Zweifeln" an der Fortführung des Unternehmens gewarnt – insbesondere nachdem der 1,7-Milliarden-Dollar-Deal mit Amazon an regulatorischen Bedenken gescheitert war.
CEO Gary Cohen bezeichnete die Übernahme als notwendige Stabilisierung: "Die Transaktion wird unsere Finanzlage stärken und dazu beitragen, Kontinuität für unsere Verbraucher, Kunden und Partner zu gewährleisten." Die Kombination aus iRobots Erfahrung im Smart-Home-Design und Piceas Fertigungskompetenz solle "die nächste Ära der Smart-Home-Robotik" ermöglichen. Das Chapter-11-Verfahren soll bis Februar 2026 abgeschlossen sein.
Während die Insolvenzmeldung den finalen Schritt markiert, war die Marktreaktion zuvor ungewöhnlich: Anfang Dezember verzeichnete die Aktie ihren größten Tagesgewinn der Unternehmensgeschichte – ein Plus von 74 Prozent –, nachdem ein Politico-Bericht über mögliche robotikfreundliche Pläne der US-Regierung für Spekulationen sorgte. Viele Trader griffen zu, ohne die prekäre Finanzlage zu kennen. Tatsächlich ist die Aktie seit ihrem Höchststand im Meme-Stock-Rausch 2021 um 98 Prozent gefallen und schloss am Freitag bei 4,32 US-Dollar. Auch zu Wochenbeginn notieren die Titel zweistellig im Minus.
Trotz der Insolvenz erwartet iRobot, den Betrieb ohne Unterbrechung fortzusetzen und seine Produktentwicklung fortzuführen. Die vollständige Übernahme durch Picea soll das Unternehmen finanziell entlasten und eine Neuausrichtung ermöglichen – allerdings unter neuer Eigentümerstruktur und ohne Börsennotierung.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

