Nicht Siemens Energy
Brutaler Crash: Eine der heißesten KI-Energieaktien ist um 34 % eingebrochen
Die Fermi-Aktie ist nach einer überraschenden Vertragskündigung um 34 Prozent abgestürzt. Der Rückschlag heizt Zweifel an, ob der milliardenschwere KI-Energieboom ins Stocken gerät.
- Fermi-Aktie stürzt um 34% nach Vertragskündigung.
- Zweifel am KI-Energieboom wachsen, erste Risse sichtbar.
- Fermi bleibt optimistisch, hält an Zeitplan fest.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die Aktie von Fermi brach am Freitag um mehr als ein Drittel ein, nachdem ein potenzieller Großkunde einen entscheidenden Finanzierungsvertrag über 150 Millionen US-Dollar für den geplanten KI-Energiecampus "Project Matador" in Texas gekündigt hatte. Die Vereinbarung hätte dem neu börsennotierten Unternehmen geholfen, einen Teil der Baukosten zu stemmen. Zwar verhandeln beide Seiten weiter über einen Mietvertrag, doch die finanzielle Zusage wurde zurückgezogen – ein empfindlicher Rückschlag für einen Entwickler, der noch keinerlei Einnahmen erzielt.
Fermi war erst im Oktober mit einer Bewertung von rund 15 Milliarden US-Dollar an die Börse gegangen und galt als einer der großen Hoffnungsträger des KI-Infrastrukturbooms. Das Unternehmen plant, ein riesiges privates Stromnetz für Rechenzentren aufzubauen, das langfristig mehr Energie verbrauchen soll als eine Großstadt. Der Energieanalyst Timm Schneider beschrieb Fermi als "Liebling" des KI-Hypes, bei dem sich nun erste Risse zeigten: "Der Hype muss sich in konkrete Ergebnisse verwandeln."
Die Kündigung des Vertrags trifft ein Unternehmen, das sich ohnehin beweisen muss. "Der Verlust eines Kunden schmerzt umso mehr, wenn man von vornherein weniger Kunden hat", sagte Brian Jacobsen, Chefökonom bei Annex Wealth Management. Auch Michael Ashley Schulman von Running Point Capital warnte, Fermi befinde sich in einer Phase, "in der es sich erst noch bewähren muss", zumal Investoren zunehmend über ein mögliches Überangebot an Rechenzentren diskutieren.
Bloomberg berichtete zudem über allgemeine Nervosität im KI-Energiesektor, nachdem mehrere Infrastrukturentwickler enttäuschten oder Verzögerungen meldeten. Auch Broadcom und Oracle sorgten zuletzt für Druck auf KI-verbundene Aktien. Die Fermi-Aktie fiel auf 10 US-Dollar – weniger als die Hälfte des Ausgabepreises. Am Freitag war Fermi einer der größten Verlierer an der Nasdaq.
Fermi hält dennoch am Zeitplan fest. Das Unternehmen verweist auf eine gültige Absichtserklärung mit dem ursprünglichen Mieter und auf Gespräche mit zwei weiteren potenziellen Stromkunden. Zudem bleibt der langfristige Pachtvertrag mit der Texas Tech University bestehen. Der texanische Entwickler plant, bis Ende 2026 rund 1,1 Gigawatt Energie bereitzustellen und langfristig sogar vier große Kernreaktoren zu bauen.
In diesem Zusammenhang vergleicht Fermi den Wettlauf um KI-Energie mit dem Manhattan-Projekt – nicht inhaltlich, sondern in der Größenordnung: einem historischen Infrastrukturprogramm, das enorme Ressourcen, Material und Zeit verschlang. Der Ausbau der Energieversorgung für KI-Rechenzentren entwickle sich zu einer ähnlich gewaltigen industriellen Kraftanstrengung.
Trotz des Rückschlags glaubt Cantor-Fitzgerald-Analyst Derek Soderberg, dass Fermi seinen Zeitplan halten kann. "Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass Fermi seinen Ausbau termingerecht realisieren kann", sagte er. Entscheidend werde sein, ob Fermi erste Interessensbekundungen in verbindliche und finanzierbare Verträge umwandeln kann.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

