Chip-Allianz hebt ab
Milliarden von Elon Musk: Dieser Chipdeal treibt Europas Techriesen
STMicroelectronics liefert seit Jahren Schlüsselchips für Starlink. Nun deutet der Konzern an, dass sich das Volumen schneller verdoppeln könnte als gedacht.
- STMicro liefert seit 10 Jahren Chips für Starlink.
- Verdopplung der Chip-Lieferungen in 2 Jahren möglich.
- Fokus auf kommerzielle Raumfahrt und neue Technologien.
- Report: Vorsicht, geheim!
STMicroelectronics hat in den vergangenen 10 Jahren mehr als 5 Milliarden Hochfrequenz-Antennenchips an SpaceX geliefert. Die Bauteile stecken in den Nutzerterminals des Satelliteninternets Starlink. Das bestätigte ein ranghoher Manager des Halbleiterkonzerns im Gespräch mit Reuters.
In den kommenden 2 Jahren könnte sich diese Zahl sogar verdoppeln. Die laufenden Lieferverträge mit SpaceX hätten das Potenzial, noch einmal Milliarden Chips auszuliefern. Für STMicro ist das Geschäft ein zentraler Wachstumstreiber im Spezialchipsegment.
Ein Treffen mit Folgen
Die Zusammenarbeit begann um das Jahr 2015. Damals traf Elon Musk auf Jean-Marc Chery, den Chef eines der größten europäischen Chipkonzerne. Zehn Jahre später legt STMicro erstmals offen, welche Dimension dieser Raumfahrtauftrag erreicht hat.
Remi El-Ouazzane, Präsident der Sparte für Mikrocontroller und digitale integrierte Schaltungen, sagte gegenüber Reuters: "Die Anzahl der Benutzerterminals könnte sich in den nächsten zwei Jahren gegenüber den letzten zehn Jahren tatsächlich verdoppeln." Konkrete Zielzahlen nannte er nicht.
Technik für den Orbit
STMicro liefert sogenannte Hochfrequenz-Front-End-Module. Sie basieren auf einer BiCMOS-Technologie und steuern die Antennen in den Starlink-Empfangsgeräten. BiCMOS ist eine Halbleitertechnologie, die die Technik von Bipolartransistoren und CMOS-Logikgatter (komplementäre Metall-Oxid-Halbleiter) in einem einzigen integrierten Schaltkreis kombiniert. Die Chips müssen hohe Datenraten verarbeiten und extremen Umweltbedingungen standhalten.
El-Ouazzane sieht weiteres Potenzial über SpaceX hinaus. "Ich gehe davon aus, dass viele Anbieter von Satelliten in niedriger Umlaufbahn diese Technologie nutzen werden", sagte er mit Blick auf andere Anbieter in niedrigen Erdumlaufbahnen.
Kommerz statt Staat
Die Raumfahrtbranche wandelt sich rasant. Staatliche Programme verlieren an Gewicht. Kommerzielle Anbieter treiben das Wachstum. Neben SpaceX gehören dazu OneWeb von Eutelsat sowie Amazons geplantes Satellitennetzwerk. Starlink ist laut eigener Website inzwischen in mehr als 150 Märkten aktiv. Der Dienst zählt rund 8 Millionen Nutzer.
Nächster Schritt Laserlinks
STMicro will SpaceX künftig auch mit Chips für inter-satellitäre Laserverbindungen beliefern. Parallel arbeitet der Konzern mit europäischen Partnern wie Thales und Eutelsat zusammen. Dazu zählt auch das geplante Iris-2-Satellitennetz der Europäischen Union, wie Reuters berichtet.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
