Sojabauern in der Verlustserie

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    US-Farmer vor dem Kollaps: Jetzt droht eine Welle von Zwangsverkäufen

    Steigende Kosten, fallende Preise und ein angeschlagener Kreditmarkt setzen der US-Landwirtschaft massiv zu. Banker erwarten einen deutlichen Anstieg von Liquidationen in den kommenden Monaten.

    Für Sie zusammengefasst
    • US-Landwirtschaft leidet unter hohen Kosten und Preisen.
    • Kreditgeber erwarten mehr Liquidationen in den nächsten Monaten.
    • Sojabohnenbranche steht vor drittem Verlustjahr in Folge.
    • Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
    Sojabauern in der Verlustserie - US-Farmer vor dem Kollaps: Jetzt droht eine Welle von Zwangsverkäufen

    Die finanzielle Lage der amerikanischen Landwirtschaft verschlechtert sich rapide. Eine aktuelle Umfrage der Chicago Fed zeigt, dass die Rückzahlungsquoten für Agrarkredite im Mittleren Westen bereits zum achten Quartal in Folge unter dem Vorjahresniveau liegen. Gleichzeitig meldeten 21 Prozent der Kreditgeber strengere Anforderungen an Sicherheiten. Eine überwältigende Mehrheit von 92 Prozent erwartet in den kommenden Monaten deutlich niedrigere Netto-Bareinnahmen der Ackerbaubetriebe – ein Hinweis auf steigenden finanziellen Stress. Fast die Hälfte der Banker rechnet daher mit mehr Zwangsverkäufen und Liquidationen in den nächsten drei bis sechs Monaten.

    Besonders die Sojabohnenbranche steht unter Druck. Die American Soybean Association (ASA) warnte im Herbst, dass 2025 voraussichtlich das dritte Verlustjahr in Folge wird. Laut ihrer Analyse lagen die Terminpreise für die Haupternte im September 25 bis 30 Prozent unter dem Niveau von 2022 – ein Rückgang, der sich nach Marktdaten auch im vierten Quartal fortsetzte. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten weiter und sollen sich 2025 laut Projektionen des Landwirtschaftsministerium (USDA) auf rund 467,4 Milliarden US-Dollar belaufen. 2026 droht ein ähnlich schweres Jahr. "Sofern die Einnahmen im nächsten Jahr nicht deutlich steigen, würde dies die Gewinne der Landwirte zum vierten Mal in Folge schmälern", warnte die ASA.

    Mehrere Faktoren treiben die Kosten in die Höhe. Trumps Zölle verteuern Importe, Russlands Krieg gegen die Ukraine hat die Düngemittelpreise anhaltend erhöht, und die frühere Zinspolitik der Federal Reserve belastet Kredite. Auf der Nachfrageseite brach der chinesische Import von US-Sojabohnen durch den Handelskrieg zeitweise ein – ein Schock, von dem sich der Markt nur teilweise erholt hat.

    Auch strukturell bleibt die Branche verwundbar. Die National Corn Growers Association warnte bereits im Sommer vor "der Wirtschaftskrise, die das ländliche Amerika trifft". Insolvenzen haben 2025 deutlich zugenommen. Trumps neues Hilfspaket über 12 Milliarden US-Dollar soll zwar kurzfristig entlasten, wird aber nach Einschätzung vieler Experten nicht ausreichen. "Diese Unterstützung wird … eine Rettungsleine sein. Aber es ist nur eine Rettungsleine, keine langfristige Lösung", sagte Mike Stranz von der National Farmers Union. Berechnungen zufolge deckt das Paket nur einen Bruchteil der Verluste ab: Die neun wichtigsten Nutzpflanzen dürften 2025 Verluste von 35 bis 44 Milliarden US-Dollar erleiden.

    Die Hilfen könnten zudem zu spät kommen, da viele Landwirte ihre Verkäufe bereits zu niedrigen Preisen abschließen mussten. Gleichzeitig fließen Subventionen nur begrenzt in Sonderkulturen wie Obst und Gemüse, obwohl dort ebenfalls hohe Verluste auftreten. "Der Bedarf ist viel größer", sagte Kam Quarles vom National Potato Council. Für Sojabohnenbauern dürfte das Paket laut ASA-Präsident Caleb Ragland "nur Löcher stopfen und das Bluten verlangsamen".

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

    Sojabohnen wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,13 % und einem Kurs von 1.078PKT auf Ariva Indikation (15. Dezember 2025, 15:01 Uhr) gehandelt.



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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