Bond-Schock

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    Am US-Anleihemarkt braut sich ein Sturm zusammen

    Milliardensummen für KI, schuldenfinanzierte Mega-Deals und eine neue Emissionswelle könnten den US-Bondmarkt schon bald auf die Probe stellen. Doch die Stimmung ist erstaunlich gelassen.

    Für Sie zusammengefasst
    • US-Bondmarkt unter Druck durch KI-Investitionen.
    • Risikoaufschläge sinken, aber Warnungen nehmen zu.
    • Hohe Bewertungen könnten zu schnellen Enttäuschungen führen.
    • Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
    Bond-Schock - Am US-Anleihemarkt braut sich ein Sturm zusammen

    Am US-Markt für Unternehmensanleihen wirkt derzeit vieles beruhigend. Die Risikoaufschläge für erstklassige Papiere gegenüber US-Treasuries sind auf rund 0,76 Prozentpunkte geschrumpft, den niedrigsten Stand seit Oktober und nahe an den teuersten Bewertungen seit Jahrzehnten. Auch die Kosten zur Absicherung gegen Kreditausfälle sinken. Für viele Anleger sieht das nach Entspannung aus. Doch immer mehr Strategen warnen: Die Ruhe könnte trügerisch sein.

    Denn die nächste Belastungsprobe ist bereits absehbar. Ab 2026 dürfte eine massive Emissionswelle auf den Markt treffen, um milliardenschwere Investitionen in Rechenzentren, Energieversorgung und Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) zu finanzieren. Analysten von Barclays rechnen damit, dass das Volumen neuer erstklassiger US-Unternehmensanleihen auf rund 1,6 Billionen US-Dollar steigen könnte – etwa 11 Prozent mehr als in diesem Jahr. Allein die Technologiebranche dürfte in den kommenden fünf Jahren Anleihen im Volumen von rund 1,5 Billionen US-Dollar platzieren, erwartet JPMorgan.

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    Wie riskant diese Wette ist, zeigt das Beispiel Oracle. Der Softwarekonzern meldete zuletzt einen negativen freien Cashflow, während sich der Bau einiger Rechenzentren verzögert. Erstklassig eingestufte Anleihen, die Oracle erst im September begeben hatte, handeln inzwischen teilweise auf Niveaus, die eher an Ramschpapiere erinnern. Die Buchverluste für Investoren summieren sich auf rund 1,35 Milliarden US-Dollar, zeigen Daten von Bloomberg – ein Warnsignal, wie schnell sich Vertrauen drehen kann.

    Zusätzlichen Druck bringen schuldenfinanzierte Übernahmen. In den vergangenen Wochen häuften sich große Deals, darunter die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix. Marktteilnehmer rechnen damit, dass unter Präsident Donald Trump weitere Großakquisitionen folgen könnten, weil Unternehmen auf eine unternehmensfreundlichere Fusionspolitik setzen.

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    Zwar helfen dem Markt derzeit mehrere Faktoren: Das Emissionsfenster ist zum Jahresende nahezu geschlossen, die US-Notenbank hat die Zinsen gesenkt und die Unternehmensgewinne wirken insgesamt solide. Doch diese Unterstützung ist zeitlich begrenzt. Bereits im Januar dürfte die Emissionstätigkeit traditionell wieder anspringen, und damit die Sorge vor einem Überangebot.

    Schon vor wenigen Wochen reichte allein diese Angst, um die Risikoaufschläge auf bis zu 0,85 Prozentpunkte auszuweiten. Angesichts der aktuell extrem hohen Bewertungen sehen Strategen kaum noch Spielraum nach oben. Oder anders gesagt: Die Märkte preisen derzeit ein ideales Szenario ein. Sollte es zu Enttäuschungen kommen, könnte sich der aufziehende Sturm am US-Bondmarkt schneller entladen, als vielen lieb ist.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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