Optimus & Co
Humanoide Robotik: Der neue Hype 2026?
Der kommerzielle Boom der Künstlichen Intelligenz hat eine lange schwelende Visionen neu entfacht: den Bau humanoider Roboter, die ihre mechanischen Körper wie Menschen bewegen.
- KI boomt, humanoide Roboter wieder im Fokus.
- Roboter: Optimismus vs. Ängste um Arbeitsplätze.
- Forschung nötig, um humanoide Roboter zu entwickeln.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Stell dir vor: Staubsaugen, Geschirrspüler ausräumen, jede Aufgabe im Haushalt: Übernimmt K-Y-I, ein humanoider Roboter, programmiert für den menschlichen Alltag.
K-Y-I gibt es nicht, aber seit die Sprachmodelle Künstlicher Intelligenz das Feld der öffentlichen Wahrnehmung aufgerollt haben, bricht ein alter Traum, oder auch Albtraum, wieder an die oberfläche des Bewusstseins. Der Roboter, der alles kann. Aber nicht nur im Haushalt.
Die Robotik des menschenähnlichen Roboters war Jahrzehnte eher eine popkulturelle Figur: So in Novellen von Isaac Asimov, die in den 1950/60ern, äußerst bekannt waren. Er entwarf sogar ein Regelwerk für Roboter. Damit gehört er zu den Optimisten und Befürwortern.
Ein weiteres Beispiel finden wir in dem Film Terminator. In dieser Science-Fiction-Gestaltung spiegelt der Roboter Ur-Ängste: Der Mensch wird ausgetauscht durch den Roboter, weil dieser selbst als intelligentes Wesen den Homo Sapiens ausrottet.
Die populäre Betrachtung kennt vornehmlich diese zwei Extreme: Zum einen den absoluten Optimismus, nach dem Motto "Der Roboter nimmt uns Arbeit, wir haben Zeit für andere Dinge"; zum anderen: "die Maschine wird uns alles wegnehmen und Arbeitsplätze kosten."
Robotik gibt es aber schon sehr lange, seit den 1970ern ist sie teilweise ein Disziplin im Maschinenbau. Wer einmal eine Werkshalle von Volkswagen besucht hat, weiß wie moderne Robotik aussieht: Überall werkeln und schweißen verschiedenste Roboterarme. Auch in der Chirurgie werden Roboter bereits eingesetzt.
Disney hat beispielweise eine gehende Roboter-Version der Frozen-Figur Olaf selbst hergestellt, die Anfang nächsten Jahres eigenständig durch die Disneyland-Parks in Hongkong und Paris laufen soll.
Allzweckroboter, die produktive Mitglieder eines Arbeitsplatzes oder Haushalts sind, liegen noch weiter in der Zukunft, vielleicht wird es sie auch gar nicht geben. Sie scheinen noch zu sehr von der Science-Fiction-Phantasie angetrieben, als dass sie ein Ausdruck technischer Entwicklung sind. Denn wenn man die Präzision der Roboterarme aus dem VW-Werk mit Optimus vergleicht, so liegen Lichtjahre zwischen beiden Welten.
"Der humanoide Bereich hat einen sehr, sehr steilen Weg vor sich", sagte Cosima du Pasquier, Gründerin und CEO von Haptica Robotics, einem Unternehmen, das Robotern einen Tastsinn verleihen will, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. "Es gibt noch sehr viel Forschung, die gelöst werden muss."
Forscher der Unternehmensberatung McKinsey & Company zählen weltweit rund 50 Unternehmen, die jeweils mindestens 100 Millionen US-Dollar für die Entwicklung humanoider Roboter eingesammelt haben. Angeführt wird das Feld von etwa 20 Unternehmen in China und 15 in Nordamerika.
Einige Roboter mit menschlichen Elementen werden bereits in Arbeitsumgebungen getestet. Das in USA ansässige Unternehmen Agility Robotics kündigte 2025 an, seinen Lagerroboter Digit, der Transportbehälter trägt, in einem Vertriebszentrum des E-Commerce-Riesen Mercado Libre in Texas einzusetzen.
Es ist schwierig abzuschätzen, welche Unternehmen hier die richtige Strategie und Forschung anwenden, um erfolgreich zu werden: Dass der humanoide Roboter durch KI zwar einen Schub bekommen hat ist richtig, selbstständig laufen gelernt hat er damit trotzdem nicht.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

