Nicht-Eisen-Metallprodukte
Plötzlicher Crash: Was ist bei dieser Südkorea-Metallverarbeiter-Aktie los?
Die Aktie von Korea Zinc bricht zweistellig ein, nachdem Großaktionäre ein US-gestütztes Milliardenprojekt infrage stellen. Ein drohender Machtkampf und mögliche Klagen verunsichern die Anleger.
- Korea Zinc-Aktie bricht um 13% nach Aktionärskonflikt.
- Großaktionäre lehnen milliardenschweres Projekt ab.
- Drohende Klagen und Machtkampf verunsichern Anleger.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die Aktie von Korea Zinc ist am Dienstag um mehr als 13 Prozent eingebrochen. Auslöser ist ein offener Konflikt zwischen dem Management des südkoreanischen Metallkonzerns und seinem größten Aktionärsbündnis. Dieses stellt sich quer gegen die Pläne für ein milliardenschweres, von den USA unterstütztes Hüttenprojekt im Bundesstaat Tennessee – und erwägt nun sogar rechtliche Schritte. Zuerst hatte der US-Nachrichtensender CNBC darüber berichtet.
Noch am Vortag hatte die Aktie kräftig zugelegt. Hintergrund war die Ankündigung eines Investitionsprojekts mit einem Volumen von rund 7,4 Milliarden US-Dollar. Geplant ist der Bau einer integrierten Schmelzanlage für Basismetalle sowie kritische und strategische Rohstoffe. Doch die Euphorie währte nur kurz.
Nach Berichten südkoreanischer Medien lehnt das Aktionärsbündnis aus der Private-Equity-Gesellschaft MBK Partners und dem Industriekonzern Young Poong die Struktur des Vorhabens ab. Der Kern der Kritik: Korea Zinc will neue Aktien im Wert von rund 1,9 Milliarden US-Dollar ausgeben, was zu einer deutlichen Verwässerung bestehender Anteile führen würde. Das Bündnis kündigte an, notfalls eine einstweilige Verfügung zu beantragen, um die Kapitalerhöhung zu stoppen.
Im Zentrum des Projekts steht ein neu zu gründendes Gemeinschaftsunternehmen, das die Anlage in Tennessee errichten soll. Der US-Verteidigungsapparat ist dabei mit einem Anteil von 40 Prozent beteiligt. Über die Kapitalmaßnahme würde dieses Joint Venture indirekt rund 10 Prozent an Korea Zinc erhalten. Gleichzeitig sollen weitere bislang nicht genannte US-Investoren einsteigen.
Nach Einschätzung von Business Korea würde der Anteil des YoungPoong-MBK-Bündnisses dadurch von rund 44 Prozent auf einen Wert im hohen 30er-Bereich sinken. Gleichzeitig könnten dem Management um Chairman Choi Yun-Beom sowie US-nahen Investoren Anteile im Bereich von etwa 40 Prozent zufallen – ein Punkt, der den Machtkampf zusätzlich anheizt.
Politisch ist das Projekt klar gewollt. Die US-Regierung sieht darin einen Baustein zur Sicherung kritischer Rohstofflieferketten außerhalb Chinas. Ab 2026 sollen die USA bevorzugten Zugang zur erweiterten globalen Produktion von Korea Zinc erhalten. Die Anlage in Tennessee könnte laut US-Handelsministerium künftig bis zu 540.000 Tonnen Material pro Jahr verarbeiten. Der geplante Produktionsstart ist für 2029 vorgesehen.
Für Anleger bleibt die Lage vorerst hochbrisant: Zwischen geopolitischer Strategie, Aktionärsinteressen und einem milliardenschweren Industriekonzept droht Korea Zinc in einen langwierigen Macht- und Rechtsstreit zu rutschen.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

