20-Milliarden-Schock

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    Ford zieht Notbremse – teurer E-Auto-Traum geplatzt

    Rekordabschreibungen, gekappte Elektro-Pläne und ein radikaler Strategiewechsel: Ford zieht die Notbremse. Fast 20 Milliarden US-Dollar an Wertberichtigungen zeigen, wie teuer der Rückzug vom teuren Elektro-Kurs wird.

    Für Sie zusammengefasst
    • Ford kündigt 19,5 Mrd. USD Abschreibungen an.
    • Rückzug von Elektro-Plänen, Fokus auf Hybridfahrzeuge.
    • Neue Strategie: Günstige E-Modelle und Batteriespeicher.
    • Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
    20-Milliarden-Schock - Ford zieht Notbremse – teurer E-Auto-Traum geplatzt

    Ford steht vor einer der größten Abschreibungen seiner Unternehmensgeschichte. Der US-Autobauer kündigte Sonderbelastungen von rund 19,5 Milliarden US-Dollar an, ausgelöst durch eine tiefgreifende Neuausrichtung seiner Geschäftsstrategie und den massiven Rückzug aus verlustreichen Elektro-Investitionen. Der Großteil der Belastungen soll bereits im vierten Quartal verbucht werden, weitere Posten folgen bis 2027. Rund 5,5 Milliarden US-Dollar davon betreffen tatsächliche Cash-Abflüsse.

    Der Schritt markiert eine Zäsur. Ford räumt ein, dass der aggressive Ausbau reiner Elektrofahrzeuge an den Marktgegebenheiten vorbeiging. Etwa 8,5 Milliarden US-Dollar entfallen auf Abschreibungen von E-Auto-Vermögenswerten, weitere Milliarden auf die Aufgabe geplanter Modelle, Batteriefabriken und Joint Ventures. Besonders schmerzhaft: komplette Streichungen einer neuen Generation großer Elektro-Pick-ups, darunter ein Prestigeprojekt für einen großen batterieelektrischen Pickup.

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    Konzernchef Jim Farley spricht von einer notwendigen Korrektur. Man folge nun den Kunden und nicht länger früheren Markterwartungen. Hochpreisige Elektrofahrzeuge im Bereich von 50.000 bis 80.000 US-Dollar ließen sich schlicht nicht in ausreichendem Umfang verkaufen. Hinzu kam ein politischer Dämpfer: Das vorzeitige Ende der staatlichen Kaufprämie von 7.500 US-Dollar im Herbst hatte die Nachfrage zusätzlich belastet.

    Die Zahlen zeigen, wie teuer die Strategie war, auf hochpreisige Modelle zu setzen. Wie Volkswagen in Deutschland wird Ford in den USA eher als Anbieter erschwinglicher, praktischer Fahrzeuge wahrgenommen, weniger als Luxusanbieter. Aber den Kunden nur noch teure Autos anzubieten, erwies sich als folgenschwerer Fehler. Fords Elektro-Sparte verlor zuletzt mehr als 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr, mit der Aussicht auf weiter steigende Verluste. Der Konzern zieht nun die Reißleine, bevor weitere Milliarden versenkt werden.

    Kern der neuen Strategie ist ein Fokus auf Hybridfahrzeuge und sogenannte Extended-Range-EVs, die Elektromotoren mit einem Benzingenerator kombinieren. Auch der elektrische F-150 Lightning wird künftig in dieser Form weiterentwickelt. Reine Elektrofahrzeuge sollen nur noch in kleineren, günstigeren Segmenten kommen, auf einer neuen, flexiblen Plattform. Das erste Modell, ein mittelgroßer Pick-up für rund 30.000 US-Dollar, ist für 2027 geplant.

    Parallel setzt Ford auf ein neues Geschäftsfeld: stationäre Batteriespeicher für Stromnetze und Rechenzentren. Bestehende Batteriewerke in Kentucky und Michigan werden dafür umgebaut, statt ungenutzt zu bleiben. Der Boom bei KI-Rechenzentren und der Netzausbau machen diesen Markt attraktiv – und potenziell profitabler als das verlustreiche E-Auto-Geschäft.

    Trotz der Abschreibungen hebt Ford seine Prognose für das operative Ergebnis 2025 auf rund 7 Milliarden US-Dollar an. Der Markt reagierte erleichtert, die Aktie legte nachbörslich zu und liegt seit Jahresbeginn rund 40 Prozent im Plus.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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