Halbleiter-Offensive
Chinas Chip-Antwort auf Nvidia: Dieser Börsengang könnte alles verändern
Ein chinesischer KI-Chiphersteller drängt an die Börse von Hongkong. Der Zeitpunkt ist heikel, das Ziel ambitioniert und der politische Druck enorm.
- Biren Technology plant Börsengang in Hongkong.
- Ziel: bis zu 300 Millionen US-Dollar einbringen.
- Politischer Druck und Exportbeschränkungen spürbar.
- Report: Vorsicht, geheim!
Der chinesische KI-Chiphersteller Biren Technology bereitet einen Börsengang in Hongkong vor. Das Unternehmen aus Shanghai will die Aktienplatzierung in den kommenden Wochen starten. Das sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Zwei der Informanten sagten, dass Biren das Angebot schon im laufenden Monat starten und den Börsengang im Januar vollziehen könnte.
Chinesische Medien berichten, dass der Börsengang bis zu 300 Millionen US-Dollar einbringen könnte. Eine der Quellen bestätigte diese Summe gegenüber Reuters.
Umwandlung von Aktien genehmigt
Nach einer Mitteilung der chinesischen Börsenaufsicht China Securities Regulatory Commission plant Biren, bis zu 372,5 Millionen neue Aktien in Hongkong auszugeben. Zudem sollen 873,3 Millionen bestehende Onshore-Aktien in handelbare Aktien in Hongkong umgewandelt werden.
Begleitet wird der Börsengang von der Bank of China International, von China International Capital Corporation sowie von Ping An Securities.
Chinas Chip-Ambitionen wachsen
Der Börsengang fällt in eine Phase, in der Peking gezielt eigene Champions bei Grafikprozessoren aufbauen will. Diese Chips gelten als Schlüsseltechnologie für künstliche Intelligenz. Hintergrund sind die strengen Exportbeschränkungen der Vereinigten Staaten für moderne Halbleiter.
Vergleichbare Börsengänge chinesischer Wettbewerber sorgten zuletzt für Aufsehen. Die Emissionen von Moore Threads und MetaX waren tausendfach überzeichnet. Die Aktien von Moore Threads stiegen bei ihrem Börsendebüt in Shanghai am 5. Dezember um mehr als 400 Prozent.
Aufstieg trotz politischer Hürden
Biren wurde 2019 gegründet. Zu den Mitgründern zählen Zhang Wen, früher Präsident beim KI-Unternehmen SenseTime, sowie Jiao Guofang, der zuvor bei Qualcomm und Huawei tätig war. Bekannt wurde Biren 2022 mit der Vorstellung des Chips BR100. Das Unternehmen erklärte damals, die Leistung könne mit dem H100-Prozessor von Nvidia mithalten.
2023 setzte die Regierung der Vereinigten Staaten Biren auf die sogenannte Entity List. Seitdem darf das Unternehmen nicht mehr beim taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC produzieren lassen.
Bewertung und Investoren
Vor einer Finanzierungsrunde in der ersten Hälfte 2025 wurde Biren mit rund 14 Milliarden Yuan (rund 1,689 Milliarden Euro) bewertet. In dieser Runde sammelte das Unternehmen etwa 1.5 Milliarden Yuan (rund 180,983 Millionen Euro) ein. Zu den Investoren zählten unter anderem Regierungen aus Guangdong und Shanghai, wie Reuters im Juni berichtete.
Weitere Geldgeber sind Qiming Venture Partners, IDG Capital, der Wagniskapitalarm von Hillhouse Investment, der Russia-China Investment Fund sowie Country Garden Venture Capital und die New World Group.
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Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

