Ich hätte da noch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk
- Börsenprognosen 2026: Skepsis wegen geopolitischer Risiken.
- Dividenden und Aktiensparpläne als langfristige Geschenke.
- KI als Chance: Struktureller Wandel statt Blase.
Ich hätte da noch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk
„Die Lage war noch nie so ernst“ sagte oft Bundeskanzler Konrad Adenauer. Diese Skepsis findet sich auch in Börsenprognosen für 2026. Man verweist u.a. auf das Ende der Premium-Partnerschaft Europas mit den USA, die deutsche Wirtschaftskrise und Überbewertungen bei High-Tech. Aber auch 2025 war nicht ohne Risiken und Schwankungen. Wer aber seine Emotionen im Griff hatte und Chancen erkannte, erzielte eine sehr gute Performance. Und gegen Kursschwankungen gibt es ein schönes „Geschenk“.
Auch zukünftig werden Aktien schwanken wie die Weihnachtstanne im Wind, aber…
Schwarze Schwäne sind auch im nächsten Jahr nicht ausgeschlossen. Geopolitische Querschüsse und Disharmonien, wirtschaftliche Enttäuschungen oder KI-Werte, die kritischer unter die Lupe genommen werden, sorgen mitunter für Ernüchterungen.
Aber wie 2025 sollten Anleger auch 2026 bloß nicht davon ausgehen, dass die vielen weißen Schwäne von den wenigen schwarzen vertrieben werden. Wenn wirklich alle Stricke reißen, kommt der größte weiße Riese ins Spiel. Gegen die freizügige Geldpolitik der USA haben Gegner wie Konjunktur- und Schuldenkrisen keine lange Überlebenschance.
Finanzmärkte sind sicher nicht glücklich, wenn sich der US-Präsident mit der Benennung eines neuen, ihm genehmen Fed-Chefs - sein Vorname wird wohl Kevin sein - in die amerikanische Zinspolitik einmischt. Kevin ist zwar nicht allein im (Fed-)Haus, aber der Trump-freundliche Umbau der US-Notenbank insgesamt ist im Gange. Konkret werden nicht nur die Leitzinsen, sondern bei Bedarf auch die Anleiherenditen gedrückt und die Liquidität erhöht.
Sollte es auch nur annähernd zu einer Verringerung der billigen Liquidität aus Japan kommen, werden die Märkte mit der neuen säkularisierten US-Geldpolitik unter dem Strich gut leben können. Sie werden sagen: Glück im Unglück. Die Börse ist ein kalter Christ.
Und wenn nach der zinspolitischen Rettungsmission von Geldmarktzinsen nach Inflation nichts mehr übrigbleibt, gilt bei Aktien als nominales Sachkapital: Lasst uns froh und munter sein. Denn bei ihnen sorgen wenig bekämpfte Preissteigerungen für Freude wie bei Kindern das große Geschenk an Weihnachten.
Und was ist mit KI? Technisch genial oder Blase fatal? KI sollte weniger als Blase, sondern als struktureller Wandel betrachtet werden. Sie wird in allen volkswirtschaftlichen Bereichen zu deutlichen Produktivitätsgewinnen führen. Dennoch wird sich die allgemeine Hausse im KI-Sektor mehr und mehr Richtung Selektivität wandeln. Ähnlich wie beim Märchen Aschenputtel: Die guten ins Depötchen, die schlechten ins Kröpfchen. Ohnehin besteht High-Tech nicht nur aus Hardware wie KI. Software-Unternehmen bieten eine Vielfalt an Alternativen, die die Branche stabilisieren.

