Daten nach dem Shutdown

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    Verspätete Daten, bittere Wahrheit: So schwach ist der US-Arbeitsmarkt

    Nach Wochen des Stillstands liegen neue US-Arbeitsmarktdaten vor. Sie zeigen mehr Jobs als erwartet, aber auch steigende Arbeitslosigkeit und einen Rückgang im öffentlichen Sektor.

    Für Sie zusammengefasst
    • Neue US-Arbeitsmarktdaten: 64.000 Jobs im November
    • Arbeitslosenquote steigt auf 4,6 Prozent, über Erwartungen
    • Staatliche Entlassungen bremsen Beschäftigung stark ein
    • Report: Vorsicht, geheim!
    Daten nach dem Shutdown - Verspätete Daten, bittere Wahrheit: So schwach ist der US-Arbeitsmarkt

    Nach dem wochenlangen Stillstand durch den Government Shutdown legt die US-Regierung nun schrittweise zentrale Konjunkturdaten vor. Am Dienstag veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics erstmals seit Wochen wieder offizielle Zahlen zum Arbeitsmarkt. Die Daten waren wegen des 43 Tage andauernden Ausfalls der staatlichen Finanzierung verzögert worden.

    "Solche Regierungsstillstände kommen nicht sehr oft vor, daher herrscht immer ein wenig Unsicherheit, wenn es um eine so umfangreiche Aufgabe geht wie die Erstellung des Arbeitsmarktberichts durch das Bureau of Labor Statistics", sagte Daniel Zhao, Chefökonom bei Glassdoor.

    Mehr Jobs als erwartet im November

    Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im November 64.000 neue Stellen. Damit übertraf der Stellenaufbau die Erwartung von Ökonomen, die laut Dow Jones mit 45.000 neuen Jobs gerechnet hatten. Gleichzeitig trübte sich das Bild am Arbeitsmarkt ein. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,6 Prozent und lag damit 0,1 Prozent über den Erwartungen.

    Für Oktober legte das Statistikamt lediglich einen verkürzten Bericht vor. Dieser zeigte einen Rückgang der Beschäftigung um 105.000 Stellen. Eine offizielle Prognose hatte es nicht gegeben, viele Ökonomen an der Wall Street hatten nach dem überraschenden Plus von 119.000 Jobs im September jedoch mit einem Minus gerechnet.

    Staat als Jobbremse

    Der starke Rückgang im Oktober ging vor allem auf den öffentlichen Sektor zurück. Dort griffen aufgeschobene Entlassungen aus dem Frühjahr. Die staatliche Beschäftigung sank im Monatsverlauf um 162.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote für Oktober wurde nicht veröffentlicht, da die dafür notwendige Haushaltsumfrage während des Shutdowns ausgefallen war.

    Der Beschäftigungsrückgang im Oktober war kein Einzelfall. In den vergangenen sechs Monaten verzeichnete der US-Arbeitsmarkt bereits zum dritten Mal einen Nettoverlust an Stellen. Zudem korrigierte das Bureau of Labor Statistics frühere Daten nach unten. Für August wurde der ursprüngliche Wert um 22.000 Stellen gesenkt, sodass sich ein Minus von 26.000 Jobs ergibt. Auch der September verlor an Glanz. Die erste Schätzung wurde um 11.000 Stellen nach unten revidiert.

    Einzelhandel sendet gemischte Signale

    Zeitgleich meldete das US-Statistikamt neue Daten zum Konsum. Die Einzelhandelsumsätze beliefen sich im Oktober auf 732,6 Milliarden US-Dollar und stagnierten gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten ein leichtes Plus erwartet. Ohne Kraftfahrzeuge und Ersatzteile legten die Umsätze hingegen um 0,4 Prozent zu und fielen damit stärker aus als prognostiziert.

    Fed zwischen Arbeitsmarkt und Inflation

    Aus politischer Sicht musste die Federal Reserve einen schwierigen Balanceakt vollführen. Ziel war es, eine weitere Schwächung des Arbeitsmarktes zu verhindern und zugleich die hartnäckig hohe Inflation einzudämmen. Bei ihrer letzten Sitzung senkte die Zentralbank den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt, betonte jedoch, dass die Hürde für weitere Senkungen hoch bleibe. Seit September hat die Fed drei aufeinanderfolgende Senkungen vorgenommen und den Zielbereich des Leitzinses auf 3,5 bis 3,75 Prozent gesenkt.

    Vertreter der Fed haben stets betont, dass der Arbeitsmarkt keine Quelle der Inflation sei. Der am Dienstag veröffentlichte Bericht stützte diese Einschätzung. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Monatsvergleich lediglich um 0,1 Prozent und lag damit unter der Schätzung von 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich legte er um 3,5 Prozent zu – der geringste Anstieg seit Mai 2021.

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    Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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