"Dümmste Entscheidung"
Karps Deutschland-Angriff sorgt für Eklat – und Palantir wird immer mächtiger
CEO Alex Karps Angriff trifft Berlin ins Mark. Trotzdem wächst Palantirs globaler Einfluss, mit neuen Militär- und Geheimdienstverträgen, die das Unternehmen stärker machen denn je.
- Karp kritisiert deutsche Migrationspolitik scharf.
- Palantir gewinnt internationale Militär- und Geheimdienstverträge.
- Wachstumszahlen: 63%, 48%, 39% in drei Quartalen.
- Report: Vorsicht, geheim!
Der Einsatz der Datenanalyse-Software von Palantir sorgt in Deutschland erneut für politischen Streit, nachdem CEO Alex Karp die deutsche Migrationspolitik im Handelsblatt als "die dümmste Entscheidung, die je in der deutschen Nachkriegszeit getroffen wurde" bezeichnet hatte. Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, wies die Kritik zurück, betonte jedoch zugleich die Bedeutung der Technologie. Trotz Karps Aussagen gebe es "derzeit kaum eine Alternative", deutsche Sicherheitsbehörden seien angesichts der Bedrohungslage "bis auf Weiteres auf sie angewiesen". In mehreren Bundesländern ist Palantirs Software bereits im Einsatz.
CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter stellte dagegen strategische Bedenken in den Mittelpunkt. Die Abhängigkeit von US-Technologien und Sicherheitsbedenken der Behörden sprächen gegen Palantir. Auch der Verfassungsschutz hatte sich zuletzt distanziert und erneut für eine europäische Alternative plädiert.
Während die Debatte in Deutschland anhält, meldet Palantir international weiteres Wachstum. Laut Bank of America (BofA) zeigt das Unternehmen "keine Anzeichen einer Verlangsamung". Der Analyse zufolge steigt sowohl die Nutzung der KI-Tools in Unternehmen als auch die Nachfrage staatlicher Stellen. "Wir sehen weiterhin, dass Palantir unübertroffen ist in seiner Fähigkeit, schnell produktionsreife Lösungen zu entwickeln", schreiben die Analysten. Die firmeneigene Ontologie sei zentral, um KI-Systeme sicher einzusetzen und zügig zu skalieren.
Im Regierungsbereich verweist die BofA auf einen Zweijahresvertrag über 448 Millionen US-Dollar mit der US-Marine. Im Rahmen der Initiative ShipOS wird Palantir seine Foundry- und KI-Plattform bereitstellen, um Engpässe im U-Boot- und Schiffbau zu identifizieren und Produktionsprozesse zu beschleunigen. Die Kooperation könnte später auf Überwasserschiffe ausgeweitet werden.
Parallel verlängerte Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI seine Partnerschaft mit Palantir um drei weitere Jahre. Die Vereinbarung umfasst Software, Integration und Support und setzt damit eine fast zehnjährige Zusammenarbeit fort. "Diese Vertragsverlängerung bekräftigt das Engagement von Palantir, seit 2016 den Interessen Frankreichs zu dienen", sagte Alex Karp.
Intern kommt es ebenfalls zu Veränderungen: CIO Jim Siders verlässt Palantir nach zwölf Jahren und wechselt als CEO zu Shield Technology Partners. Angaben zu seiner Nachfolge machte das Unternehmen noch nicht.
Palantir wuchs in den vergangenen drei Quartalen um 63, 48 und 39 Prozent und bleibt damit einer der dynamischsten Anbieter im sicherheitsrelevanten KI-Markt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

