Ein Aktienvergleich!
DroneShield oder Electro Optic Systems: Welche Aktie sollte Ihr Herzblatt sein?
Beide Aktien kommen aus Australien, konzentrieren sich auf Drohnenabwehr, haben dieses Jahr dreistellig zugelegt, notieren deutlich unter Allzeithoch und sind wieder angesprungen. Welche Aktie gehört jetzt ins Depot?
- Beide Aktien aus Australien, Fokus auf Drohnenabwehr.
- DroneShield hat hohe Volatilität, EOS stabiler aufgestellt.
- Warten auf Rücksetzer vor Kauf beider Aktien empfohlen.
- Report: Renditeturbo 2026 - 5 Aktien mit Potenzial
Die hausgemachten Probleme
Die jüngste Kursschwäche von DroneShield ist vor allem selbstverschuldet. Nachdem die Aktie bis Anfang Oktober um rund 800 Prozent zugelegt hatte, kippte die Stimmung innerhalb weniger Wochen. Gewinnmitnahmen trafen auf eine rapide steigende Zahl von Leerverkaufspositionen, die den Abwärtstrend zusätzlich verstärkten. Seit dem Allzeithoch am 9. Oktober hat der Kurs rund 70 Prozent verloren, was einem Börsenwertverlust von etwa 4 Milliarden australischen Dollar entspricht.
Besonders belastend wirkten mehrere Vorgänge, die Zweifel an der Corporate Governance aufkommen ließen. Mitte November wurde bekannt, dass führende Manager, darunter CEO Oleg Vornik und Chairman Peter James, innerhalb weniger Tage ihre gesamten Aktienbestände im Gesamtwert von rund 70 Millionen australischen Dollar verkauft hatten. Kurz darauf folgte der überraschende Rücktritt des US-Chefs Matt McCrann.
Zusätzlich sorgte ein administrativer Fehler bei der Vertragskommunikation für Irritationen am Markt. Ein bestehender Auftrag aus den USA war fälschlicherweise als Neugeschäft gemeldet worden, was das Unternehmen später korrigieren musste. In Kombination mit den Insiderverkäufen verstärkte dies den Eindruck mangelnder Transparenz.
Auch Electro Optic Systems hat keine weiße Weste
Auch EOS ist nicht frei von Altlasten. Das Unternehmen hat Ende November eine Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC mit einer einvernehmlich vorgeschlagenen Strafe in Höhe von 4 Millionen australischen Dollar beigelegt und dabei Verstöße gegen die fortlaufenden Offenlegungspflichten eingeräumt.
Konkret geht es um eine verspätete Information des Marktes über einen deutlich rückläufigen Umsatzausblick für das Geschäftsjahr 2022. EOS hatte der Börse zuvor einen Umsatz von mindestens 212,3 Millionen australischen Dollar in Aussicht gestellt. Bereits am 25. Juli 2022 war dem Management jedoch klar, dass der Umsatz voraussichtlich nur noch bei rund 164 Millionen australischen Dollar liegen würde, mit einer unsicheren Option auf zusätzliche 27 Millionen australische Dollar. Diese wesentliche Abweichung wurde erst Ende Oktober 2022 veröffentlicht.
Die vorgeschlagene Strafzahlung steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundesgericht. Darüber hinaus will die Aufsichtsbehörde weitere Erklärungen zu den Regelverstößen einholen. Positiv für EOS ist, dass das Unternehmen während der gesamten Untersuchung mit der ASIC kooperierte.
Die Halbjahreszahlen
Ein Blick auf die jüngsten Halbjahreszahlen zeigt ein deutlich differenziertes Bild bei der operativen Entwicklung beider Unternehmen.
Electro Optic Systems Holdings verzeichnete im Halbjahr bis zum 30. Juni 2025 einen Umsatz von 44,07 Millionen australischen Dollar und blieb damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 105,52 Millionen australischen Dollar.
Trotz des starken Umsatzrückgangs wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 46,79 Millionen australischen Dollar aus, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 3 Millionen australischen Dollar angefallen war. Bei den Zahlen ist allerdings zu beachten, dass der deutliche Gewinnanstieg auf einem Einmaleffekt beruht. Die letzten Barzahlungen eines bereits abgeschlossenen Vertrages wurden erst im Juni 2025 erhalten.
DroneShield hingegen konnte den Umsatz im gleichen Zeitraum deutlich steigern. Die Erlöse kletterten auf 72,32 Millionen australische Dollar, nach 23,31 Millionen australischen Dollar im Vorjahr. Auch auf der Ergebnisseite gelang der Sprung in die Gewinnzone: Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 2,12 Millionen australischen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 4,81 Millionen australischen Dollar ausgewiesen worden war.
Mein Tipp: Das Management entscheidet
DroneShield bietet das Potenzial für explosiveres Wachstum im Nischenmarkt der Drohnenabwehr, trägt aber aufgrund der jüngsten Management-Vorfälle und der hohen Volatilität ein höheres Risiko. Die Aktie ist eher ein "High-Risk/High-Reward"-Play, bei dem die Rückkehr des Anlegervertrauens entscheidend ist.
Electro Optic Systems ist ebenfalls ein heißes Eisen, bietet aber eine breitere und stabilere Basis im Verteidigungssektor mit einem gesicherten Auftragsbestand. Der Konzern gilt aktuell als die konsolidiertere Alternative mit einem überzeugenden strategischen Ausblick für Anleger, die auf den Megatrend Verteidigungstechnologie Richtung Drohnen setzen möchten.
Jetzt dürfen Anleger entscheiden, welche Aktie ihr Herzblatt ist. Hinter Tür 1 steht DroneShield und hinter Tür 2 Electro Optic Systems. Wenn ich wählen müsste, dann würde ich mich für Tür 2 entscheiden. DroneShield weist zwar die besseren Fundamentaldaten auf und arbeitet profitabel übers Jahr gesehen, aber für mich gibt am Ende des Tages das Management den Ausschlag. Und da sehe ich Electro Optical Systems in den Händen des ehemaligen Rheinmetall-Managers Andreas Schwer besser aufgestellt.
Wenn Ihr Anlegerherz eher für DroneShield schlägt: Hier gilt aktuell das Gleiche wie für Electro Optic Systems: Jagen Sie den Aktien nicht blindlings hinterher. Beide Papiere haben sich zuletzt wieder stark erholt und es könnte zu Gewinnmitnahmen kommen. Warten Sie daher bei beiden Aktien auf einen größeren Rücksetzer.
Die Aktie von Electro Optic Systems war übrigens am 10. Dezember im Adventskalender der wO Börsenlounge. Wer der Empfehlung gefolgt ist, der liegt mit dem Papier aktuell rund 50 Prozent im Plus und muss sich keine Gedanken um den richtigen Einstiegszeitpunkt machen. Schauen Sie doch mal in die aktuelle Folge rein. Heute waren im Adventskalender eine US-Gigant und eine eher unbekante Aktie aus Großbritannien.
Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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