Angst frisst Gewinne auf!
KI-Angst der Wall Street schwappt nach Japan : SoftBank & Co. tiefrot!
Die Sorgen um überbordende KI-Investitionen belasten die Märkte: SoftBank und andere japanische Tech-Aktien verzeichnen starke Verluste, während auch US-Tech-Aktien fallen. Die Hintergründe.
- KI-Investitionen belasten Märkte, Japan stark betroffen.
- SoftBank und US-Tech-Aktien verzeichnen hohe Verluste.
- Japanische Exporte steigen, Tech-Aktien anfällig.
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Am Donnerstag erlebten japanische Tech-Aktien einen deutlichen Rückgang, da die Sorgen über das Ausmaß der Investitionen in die KI-Infrastruktur von den US-Märkten nach Asien überschwappten. Besonders stark betroffen war die SoftBank, die zu den größten Verlierern im Nikkei 225 zählte und zeitweise um bis zu 7,25 Prozent nachgab. Der Nikkei 225 fiel insgesamt um 1,23 Prozent und zog damit die gesamte Asien-Pazifik-Region nach unten.
Diese Schwäche ist eine direkte Folge der Verluste, die der techlastige Nasdaq Composite in der vergangenen Nacht hinnehmen musste. Der US-Index verlor 1,81 Prozent, hauptsächlich aufgrund von Einbrüchen bei großen Tech-Unternehmen wie Oracle, Broadcom und Nvidia, die stark in die KI-Infrastruktur investieren.
Bei Oracle kam es zu einem weiteren Rückschlag, nachdem bekannt wurde, dass die Pläne von Blue Owl Capital, das Unternehmen bei einem zehn Milliarden US-Dollar teuren Rechenzentrum in Michigan zu unterstützen, ins Stocken geraten sind. Auch eine frühere Meldung, die eine Verzögerung von Projekten für OpenAI bis 2028 andeutete, hatte für Unsicherheit gesorgt.
SoftBank, das ebenfalls stark in KI-Infrastrukturen investiert, sah sich in den letzten Wochen mit starker Volatilität konfrontiert. Das Unternehmen hatte zu Jahresbeginn angekündigt, 500 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur in den USA zu investieren und dabei mit Partnern wie OpenAI und Oracle zusammenzuarbeiten. Im September wurden fünf neue US-amerikanische Rechenzentren unter dem Namen "Stargate", OpenAIs Infrastrukturplattform, angekündigt.
Neben SoftBank erlitten auch andere japanische Technologieunternehmen Verluste. So fiel der Halbleiter-Ausrüster Advantest um bis zu 5 Prozent, während Firmen wie Lasertec, Renesas Electronics und Tokyo Electron zwischen 3 Prozent und 4 Prozent nachgaben. Laut Jesper Koll, Direktor bei der Monex Group, werden viele der für Rechenzentren, Stromversorgungseinrichtungen und KI-Hardware notwendigen Komponenten in Japan hergestellt und können nur dort produziert werden. Dies mache die japanischen Tech-Aktien, insbesondere die KI-bezogenen, anfälliger für Sorgen um die US-Tech-Ausgaben.
Zudem zeigen die aktuellen japanischen Handelszahlen einen Anstieg der Exporte von elektrischen Maschinen um 7,4 Prozent sowie einen Anstieg der Halbleiter-Exporte um 13 Prozent. Koll erklärte, dass der von den USA angeführte Boom in der Tech-Infrastruktur zu einer verstärkten Nachfrage nach spezialisierten Maschinen und Ausrüstungen aus Japan führt.
Südkoreanische Tech-Titel fielen im Vergleich dazu weniger stark: Samsung Electronics verzeichnete einen Rückgang von 0,93 Prozent, während SK Hynix einen Kursgewinn von 0,73 Prozent erzielte. Auch Taiwans TSMC, der weltweit größte Anbieter von Auftragsfertigungen für Chips, verzeichnete einen minimalen Rückgang.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

