Chip-Giganten vor Rallye?
Morgan Stanley setzt auf Nvidia, Broadcom als Top-Wetten für 2026
Morgan Stanley setzt für das kommende Jahre auf Nvidia, Broadcom und Astera Labs, warnt jedoch, dass der KI-Chipboom trotz großer Chancen nicht ohne Rückschläge verlaufen dürfte.
- Morgan Stanley empfiehlt Nvidia, Broadcom, Astera Labs.
- KI-Chipboom birgt Risiken, Verdauungszyklen erwartet.
- Micron und Sandisk profitieren von hoher Nachfrage.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Morgan Stanley hat in einer Analystenstudie seine bevorzugten Halbleiterwerte für das Jahr 2026 benannt. An der Spitze der Empfehlungen stehen Nvidia, Broadcom und Astera Labs.
"Zum dritten Mal in Folge dreht sich die größte Debatte um KI-Halbleiter", schreiben die Analysten. Die Gewichtung der relevanten Indizes werde weiterhin von Prozessorherstellern dominiert, während der bislang "unersättliche Hunger nach Rechenleistung" die entscheidende Variable bleibe.
KI-Boom mit Risiken: Morgan Stanley mahnt zur Vorsicht
Branchenakteure planten, ein Vielfaches ihres aktuellen Marktwerts in Rechenzentrums-Kapazitäten zu investieren. Das könne zwar aufgehen, berge aber Risiken. "Wir erwarten Verdauungszyklen auf dem Weg", so die Analysten – selbst dann, wenn der langfristige Ausblick letztlich richtig sei. Mit anderen Worten: Die KI-Revolution dürfte nicht geradlinig verlaufen.
Nvidia bleibt der Maßstab im Prozessor-Markt
Im besonders umkämpften Markt für Prozessoren sieht Morgan Stanley Nvidia und Broadcom als klare Favoriten. Während das Interesse an anwendungsspezifischen Chips (ASICs) zuletzt spürbar gestiegen ist, gehen die Analysten davon aus, dass Nvidia weiterhin die höchste Kapitalrendite im Cloud-Bereich liefern wird.
Ausschlaggebend sei unter anderem der erwartete Hochlauf der neuen Plattform "Vera Rubin" in der zweiten Jahreshälfte 2026. Trotz begrenzter operativer Hebelwirkung unterschätze der Markt nach Ansicht der Bank noch immer die strukturelle Stärke von Nvidia.
Chancen und Unsicherheiten bei AMD, Marvell und Intel
Neben den Top-Favoriten vergibt Morgan Stanley auch neutrale Bewertungen für AMD und Marvell. Beide Titel böten zwar "materielles Aufwärtspotenzial", seien jedoch mit Unsicherheiten behaftet – insbesondere mit Blick auf Wettbewerbsdruck und Zyklik.
Deutlich zurückhaltender zeigt sich die Bank bei Intel. Hier überwiegt Skepsis, vor allem gegenüber den Ambitionen im Foundry-Geschäft. Die Analysten bezweifeln, dass Intel seine Rolle als Auftragsfertiger mittelfristig erfolgreich ausbauen kann.
Astera Labs: Favorit unter den Small Caps
Besonders optimistisch ist Morgan Stanley für Astera Labs. Das Unternehmen gilt als bevorzugte Small-Cap-Wette im Rechenzentrumssegment. Die Bank verweist auf die strategische Positionierung des Unternehmens bei Hochgeschwindigkeits-Verbindungslösungen – ein Bereich, der mit zunehmender KI-Last weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.
Speicherchips und Ausrüstung: Angebotsengpässe bleiben Thema
Auch abseits der Prozessorhersteller sieht Morgan Stanley strukturelle Rückenwinde. Der Ausbau von KI-Anwendungen dürfte die Versorgung mit Speicherchips und Logik-Wafern weiter verknappen.
Im Speichermarkt ist Micron der klare Favorit der Bank. Zusätzlich hält Morgan Stanley eine Übergewichtung von Sandisk für gerechtfertigt. Beide Unternehmen könnten von anhaltend hoher Nachfrage und begrenztem Angebot profitieren.
Chip-Ausrüster und Foundries im Fokus
Im Segment der Halbleiterausrüster zeigt sich Morgan Stanley besonders konstruktiv für Applied Materials. Zudem zählt Taiwan Semiconductor zu den bevorzugten Werten – ein Hinweis darauf, dass die Bank auch in der Auftragsfertigung weiterhin strategische Bedeutung sieht.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

