Boom am ETF-Markt
SpaceX vor dem IPO: Warum ein kleiner Fonds jetzt explodiert
Ein kleiner ETF zieht dank SpaceX-Hype Millionen an und zeigt, wie Anleger auf Elon Musks bevorstehenden Börsengang setzen – Chancen und Risiken inklusive.
- SpaceX-Börsengang 2026 zieht ETF XOVR an.
- XOVR bietet Zugang, aber auch hohe Risiken für Anleger.
- Hohe Nachfrage führt zu Verwässerung der Fondsanteile.
- Report: Vorsicht, geheim!
Der bevorstehende Börsengang von SpaceX hat einen bislang wenig beachteten Exchange Traded Fund ins Rampenlicht gerückt. Der ERShares Private-Public Crossover ETF, kurz XOVR, verzeichnete seit Anfang Dezember erhebliche Zuflüsse, die das Interesse an SpaceX widerspiegeln. Das Handelsvolumen stieg in diesem Zeitraum auf Rekordwerte, was die hohe Aktivität der Anleger an der Börse verdeutlicht – am 17. Dezember wurden über vier Millionen Anteile gehandelt, verglichen mit knapp 142.000 am 01. Dezember.
Spekulativer Run auf Elon Musks Raketenfirma
Auslöser für den Ansturm ist ein Bloomberg-Bericht, wonach SpaceX für das Jahr 2026 einen Börsengang plant, der über 30 Milliarden US-Dollar einbringen und das Unternehmen auf etwa 1,5 Billionen US-Dollar bewerten könnte. Breanne Dougherty von Bloomberg Intelligence beschreibt die Situation so: "Allein die Andeutung eines Börsengangs von SpaceX – derzeit vorläufig für Ende 2026 geplant – traf genau die drei Obsessionen der Investoren: bahnbrechende Innovation, ein privates Start-up mit einem Wert von über zehn Milliarden Dollar und ein wiederbelebter IPO-Puls."
XOVR hält über ein spezielles Zweckvehikel einen kleinen Anteil an SpaceX und könnte damit der einzige US-ETF mit direkter Exponierung sein.
Wachstum und Dilution
Joel Shulman, Gründer und Chief Investment Officer von ERShares, betont, dass das Team aktiv Möglichkeiten prüfe, die Beteiligung zu erhöhen. Gleichzeitig räumt er ein: "Das schnelle Wachstum eines Fonds führt naturgemäß zu einer Verwässerung von Positionen, die sich aufgrund ihrer Beschaffenheit nur schwer schnell aufstocken lassen, wie beispielsweise Investitionen in private Vermögenswerte."
SpaceX stellte die erste private Beteiligung von XOVR dar, nachdem die Fondsgesellschaft im August 2024 ihren Namen geändert und ihr Investitionsmandat auf private Unternehmen erweitert hatte, zusätzlich zu öffentlichen unternehmerischen Projekten. Anfangs machte das Unternehmen etwa zwölf Prozent des Fonds aus. Mit zunehmenden Mittelzuflüssen im Fonds sank der Anteil von SpaceX laut Bloomberg-Daten jedoch auf rund vier Prozent des Fondsvermögens. Damit liegt die Beteiligung nur noch an vierter Stelle hinter Nvidia, Meta Platforms und Maplebear (Instacart).
Chancen und Risiken für Anleger
Dave Nadig, Präsident von ETF.com, warnt vor überzogenen Erwartungen: "Das ist eine sehr umständliche Art zu sagen: Es gibt nichts umsonst. Je mehr es nach 'geschenktem Geld' aussieht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es tatsächlich so ist." Selbst wenn SpaceX zu einem Preis von 420 US-Dollar pro Aktie an die Börse geht, würde sich das Nettovermögen des Fonds nur um etwa vier Prozent erhöhen.
Morningstars Jeffrey Ptak ergänzt kritisch: "Es ist unpassend, solche Instrumente in einem täglichen Liquiditätsvehikel wie einem ETF zu halten. Es herrscht große Verwirrung, die Sie derzeit deutlich beobachten können, da viele Menschen in XOVR investieren, in der Hoffnung, dass sie von SpaceX enorme Gewinne erzielen werden."
Der SpaceX-Hype zeigt, wie stark Einzelanleger auf den IPO-Traum von Elon Musk reagieren. Der ETF XOVR ermöglicht seltenen Zugang zu SpaceX, birgt aber das Risiko, dass Anleger enttäuscht werden, falls der Börsengang hinter den Erwartungen zurückbleibt.
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Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

