KI im Härtetest

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    OpenAI reißt den Markt an sich – doch wer zahlt am Ende die Rechnung?

    OpenAI treibt den KI-Boom mit gigantischen Deals und Ausgaben voran. Wachstum, Macht und Zweifel prallen aufeinander – und die Börse schaut genau hin.

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    KI im Härtetest - OpenAI reißt den Markt an sich – doch wer zahlt am Ende die Rechnung?

    OpenAI ist das Unternehmen des Jahres 2025 von Yahoo Finance. Kaum ein anderer Name prägte das Börsenjahr stärker. Der KI-Pionier schloss Megadeals mit Microsoft, Oracle, AMD und Nvidia ab. Insgesamt sammelte das Unternehmen Verpflichtungen in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar über die nächsten 8 Jahre ein. Parallel wandelte sich OpenAI in ein gewinnorientiertes Unternehmen mit Aussicht auf einen Börsengang im Billionenbereich.

    Die Bewertung stieg laut den Daten von Yahoo Finance für Privatunternehmen auf 500 Milliarden US-Dollar. Die privaten Anteile legten 153 Prozent zu.

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    "Es war ein Jahr, in dem wir wirklich den ersten Tag der nächsten Phase für OpenAI erreicht haben", so die Finanzchefin Sarah Friar in einem Interview mit Yahoo Finance. "Und wir haben gesehen, dass sich ein Großteil des Ökosystems wirklich auf uns zubewegt, um uns dabei zu helfen, diese Zukunft zu gestalten."

    Wenn OpenAI handelt, reagieren die Aktien

    Die Marktwirkung war unmittelbar. Nach dem Deal mit AMD am 6. Oktober sprang die Aktie um 24 Prozent. AMD-Chefin Lisa Su sprach von einem "Fundament" für die KI-Welt. Oracle gewann nach der Ankündigung eines 300 Milliarden US-Dollar schweren Rechenzentrumsvertrags binnen 2 Monaten 38 Prozent. CoreWeave verdreifachte sich zeitweise.

    "Es gibt enormen Einfluss, den OpenAI auf den breiteren Aktienmarkt hat", sagte Rishi Jaluria von RBC Capital Markets gegenüber Yahoo Finance.

     

    Gewaltiges Wachstum, gigantische Ausgaben

    OpenAI meldet 800 Millionen wöchentliche Nutzer, 1 Million Geschäftskunden und 13 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2025. Interne Prognosen sehen 200 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2030. Reuters berichtete über einen möglichen Börsengang bereits Ende 2026 mit einer Bewertung von 1 Billion US-Dollar.

    Dem stehen enorme Investitionen gegenüber. OpenAI verpflichtete sich zu 300 Milliarden US-Dollar bei Oracle, 250 Milliarden bei Microsoft, 38 Milliarden bei Amazon und 22,4 Milliarden bei CoreWeave. Hinzu kommen massive Chipkäufe bei AMD, Nvidia und Broadcom.

    Friar verteidigt den Kurs. "Wenn wir in Rechenleistung investieren, wächst unser Umsatz fast im gleichen Tempo", sagte sie.

    Zweifel wachsen an der Finanzierbarkeit

    Nicht alle Investoren sind überzeugt. Die HSBC sieht bis 2030 eine Finanzierungslücke von 207 Milliarden US-Dollar. Investor Brad Gerstner fragte CEO Sam Altman öffentlich, wie 13 Milliarden Umsatz zu 1,4 Billionen Verpflichtungen passen. Altman antwortete knapp: "Wenn du deine Anteile verkaufen willst, finde ich einen Käufer."

    Analyst Gil Luria von DA Davidson mahnt zur Fokussierung. "Sie kamen in Schwierigkeiten, als sie anfingen, eigene Rechenzentren, Chips und Hardware zu bauen", sagte er.

    Konkurrenz holt auf

    Der Vorsprung schmilzt. Googles Gemini 3 überzeugt in Benchmarks und Anthropic sammelt Milliarden ein. Altman rief intern den "Code Red" aus. OpenAI veröffentlichte ChatGPT 5.2 und gewann Disney als Partner.

    "Code Red bedeutet für das Unternehmen einfach, dass das Wesentliche im Vordergrund stehen muss", erklärte Friar. Es gehe darum, sicherzustellen, dass sich die ChatGPT-Modelle deutlich schneller weiterentwickeln.

    Zwischen Euphorie und Realität

    Anleger sollten die Diskussion um eine mögliche KI-Blase differenziert betrachten, betonte Jaluria. Zwar sehe er Anzeichen einer Überbewertung bei vielen KI-Aktien, eine Einschätzung, die viele Analysten teilen. Die derzeit hohen Investitionen würden vor allem von großen Cloud-Anbietern und KI-Startups getragen, nicht von einer breiten Nachfrage aus der Unternehmenswelt. Zudem blieben Sorgen um Datenschutz und fehlerhafte Antworten der Systeme bestehen.

    Am langfristigen Investmentargument für generative KI ändere das jedoch wenig. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Modelle dürften Unternehmen schrittweise ihre Budgets öffnen und verstärkt in KI-Lösungen investieren.

    "Ich zögere daher zu sagen, dass wir uns aus Sicht der Ausgaben, der Nutzung und der Akzeptanz in einer KI-Blase befinden", sagte Jaluria. "Ich denke, wir werden unglaublich überrascht sein, wie wir KI in 10, 15 oder 20 Jahren nutzen werden."

    Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

     


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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