Der heimliche KI-Turbo!
Celestica: Für Meta, Alphabet & Amazon ein Muss – für Anleger auch!
Celestica ist der Gleisbauer des KI-Booms: Ohne seine Hochgeschwindigkeits-Hardware laufen weder KI-Cluster noch Hyperscaler rund. Zahlen, Ausblick und Analysten sprechen für weiter steigende Kurse.
- Celestica profitiert stark vom KI-Boom und Hyperscalern.
- Umsatzprognose 2025 auf 12,2 Mrd. USD angehoben.
- Analysten sehen 35% Kurspotenzial für die Aktie.
- Report: Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Speedy Gonzales für KI-Modelle
Celestica macht KI-Modelle entscheidend schneller indem das Unternehmen die Flaschenhälse in der Hardware-Infrastruktur beseitigt. Während Grafikprozessoren (GPUs) wie die von NVIDIA die eigentliche Rechenarbeit leisten, sorgt Celestica mit seinen Hochgeschwindigkeits-Switches dafür, dass Daten mit extrem geringer Latenz zwischen Tausenden von Prozessoren fließen können. Da das Training moderner Large Language Models (LLMs) eine massive Synchronisation zwischen den Rechenknoten erfordert, führt eine schnellere Vernetzung direkt zu einer höheren GPU-Auslastung und damit zu deutlich verkürzten Trainingszeiten.
Darüber hinaus optimiert Celestica die Geschwindigkeit durch maßgeschneiderte Hardware Platform Solutions (HPS), die Kühlung, Stromversorgung und Rechenleistung in einem Rack vereinen. Durch den Einsatz von 800G- und 1,6T-Ethernet-Technologien reduziert das Unternehmen die "Idle Time" (Leerlaufzeit) der Prozessoren, die sonst auf Datenpakete warten müssten. Celesticas Technologie fungiert somit als das Hochgeschwindigkeits-Nervensystem, das es KI-Clustern ermöglicht, als eine einzige, hocheffiziente Super-Einheit zu arbeiten, anstatt durch langsame Netzwerkverbindungen ausgebremst zu werden.
Hyperscaler lieben Celestica
Meta, Google oder Amazon benötigen die Technologie von Celestica vor allem, um den extremen Hardware-Hunger des KI-Booms zu bewältigen, ohne dabei in die Abhängigkeit einzelner Chip-Giganten zu geraten. Celestica hat sich von einem einfachen Auftragsfertiger zu einem strategischen Partner entwickelt, der maßgeschneiderte Hardware Platform Solutions (HPS) anbietet. Diese umfassen hochleistungsfähige 800G- und 1.6T-Ethernet-Switches, die für die Vernetzung massiver KI-Cluster unerlässlich sind, sowie spezialisierte ASIC-Server und Kühlsysteme. Da Hyperscaler ihre eigenen KI-Chips (wie Google TPUs) entwickeln, liefert Celestica das notwendige Systemdesign und die globale Fertigungskapazität, um diese proprietäre Hardware effizient und in gigantischem Maßstab in Rechenzentren zu integrieren.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Trend zu Open Networking und modularen Designs. Celestica ermöglicht es den Hyperscalern, Hardware und Software voneinander zu trennen (Disaggregation), was die Kosten senkt und die Flexibilität erhöht. Durch die enorme Geschwindigkeit bei der Markteinführung (Time-to-Market) und spezialisierte Lösungen für die Kreislaufwirtschaft – wie die Wiederaufbereitung von Hardware – unterstützt Celestica die Tech-Giganten zudem dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele trotz steigenden Energieverbrauchs zu erreichen. Celestica ist damit quasi der "Gleisbauer" für den Hochgeschwindigkeitszug der künstlichen Intelligenz.
Zahlen bestätigen Beliebtheit
Celestica hat Ende Oktober für das abgelaufene 3. Quartal deutlich bessere Zahlen vorgelegt. Der bereinigte Gewinn, bei dem der Großteil der Sondereffekte ausgeklammert wurde, legte um 48 Prozent auf 183,1 Millionen US-Dollar zu. Das entsprach 1,58 US-Dollar je Aktie und lag damit klar über der von FactSet ermittelten Konsensschätzung von 1,48 US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der bereinigte Gewinn noch bei 123,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,04 US-Dollar je Aktie gelegen.
Auch auf der Umsatzseite übertraf das Unternehmen die Erwartungen. Die Erlöse stiegen um 28 Prozent auf 3,194 Milliarden US-Dollar, nach 2,4995 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 3,02 Milliarden US-Dollar gerechnet.
CEO Rob Mionis verwies auf die operative Entwicklung: "Im 3. Quartal haben wir eine starke bereinigte operative Marge von 7,6 Prozent erzielt – ein neuer Höchstwert für das Unternehmen, was die anhaltende Stärke unserer Umsetzung widerspiegelt. Getrieben von diesen starken Ergebnissen und einer weiterhin robusten Nachfragesituation freuen wir uns, unseren Ausblick für das Jahr 2025 anzuheben."
Für 2025 stellt das Unternehmen nun einen Umsatz von 12,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht, nachdem zuvor 11,55 Milliarden US-Dollar erwartet worden waren. Der Gewinn je Aktie soll 5,90 US-Dollar erreichen, statt der bislang prognostizierten 5,50 US-Dollar. Der FactSet-Konsens lag bisher bei 11,62 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 5,55 US-Dollar.
Auch über das laufende Jahr hinaus zeigt sich das Management optimistisch. "Der Ausblick auf die Nachfrage unserer größten Kunden, die weiterhin erhebliche Investitionen in KI-Rechenzentrumsinfrastruktur tätigen, bleibt stark. Das unterstützt auch unseren Jahresausblick für 2026 und deutet darauf hin, dass diese Dynamik bis 2027 anhalten könnte", so Mionis.
Mein Tipp: Zugreifen und Rücksetzer ausnutzen
Celestica profitiert stark von der Nachfrage nach Infrastruktur für Cloud- und KI-Rechenzentren, insbesondere durch Netzwerk- und Speicherlösungen für große Cloud-Anbieter (Hyperscaler wie Google, Meta, Amazon). In den letzten Quartalen hat das Unternehmen Umsatz- und Gewinnzahlen klar über den Erwartungen geliefert und seine Jahresprognosen mehrfach nach oben angepasst.
Die Analysten heben hervor, dass Celestica eine bedeutende Rolle im AI-Infrastruktur-Ökosystem eingenommen hat. Die Nachfrage nach 800G- und 1,6T-Switches sowie maßgeschneiderten Serverlösungen für große KI-Workloads ist ein struktureller Wachstumsmarkt, der voraussichtlich noch Jahre anhalten dürfte.
Für die Aktie gibt es überwiegend positive Ratings von Analysten, mit mehreren Kauf- oder Übergewichten-Empfehlungen und Kurszielen, die deutlich über dem aktuellen Kurs liegen. Im Durchschnitt sehen die Experten aktuell ein Kurspotenzial von rund 35 Prozent für die Aktie.
Zusammengefasst ist Celestica ein Unternehmen mit attraktiven Wachstumschancen, das durch den KI- und Datenzentrumsboom profitiert und zuletzt starke operative Ergebnisse gezeigt hat. Viele Analysten sehen weiteres Kurspotenzial, doch die Bewertung ist im aktuellen Kontext nicht billig, und ein großer Teil der erwarteten Zukunftsentwicklung ist bereits im Kurs enthalten.
Anleger, die keine größeren Bedenken gegenüber dem Platzen einer KI-Blase haben, sollten einen ersten Fuß in die Tür stellen und die Position weiter ausbauen, wenn der Kurs wieder über die 50-Tage-Linie bei 433,68 US-Dollar steigt.
Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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