Es brodelt am Ölmarkt

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    Pulverfass Ölpreise. Stellt Brent-Öl 2026 Gold und Silber in den Schatten?

    Für die Ölpreise geht ein gebrauchtes Börsenjahr zu Ende. Brent-Öl und WTI-Öl standen von temporären Erholungsphasen einmal abgesehen unter Druck. Die Ölpreise scheinen überverkauft zu sein. Ist es Zeit für ein Comeback?

    Für Sie zusammengefasst
    Es brodelt am Ölmarkt - Pulverfass Ölpreise. Stellt Brent-Öl 2026 Gold und Silber in den Schatten?

    Rohstoffsektor tief gespalten – Gold, Silber etc. vs. Brent-Öl, WTI-Öl

    In den letzten Monaten spielte die Musik vor allem im Edelmetallsektor. Der Goldpreis haussierte und zeigte keine gravierende Schwäche. Ein Goldpreis von 5.000 US-Dollar sollte im nächsten Jahr nicht überraschen. Die enorme Dynamik der Silberpreisrallye stellte jedoch (fast) alles in den Schatten. Silber startete zu einem Höhenflug, den man bereits seit vielen Jahren in der Form nicht mehr gesehen hat. Obgleich die ersten bereits bei Silberpreisen von 40 US-Dollar den Crash kommen sahen, hält Silber das atemberaubende Tempo seiner Rallye in Richtung 100 US-Dollar konsequent hoch. Die jüngsten Preisanstiege bei Platin und Palladium sind nicht minder spektakulär. Den Edelmetallen insgesamt ist auch 2026 eine starke Performance zuzutrauen. Das gilt auch für Kupfer. Der Kupferpreis könnte im nächsten Jahr zum Überflieger avancieren. 

    Angesichts der prosperierenden Metalle stellt sich die Frage: Was ist für die Ölpreise in den kommenden Monaten drin?

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    Brent-Öl mit Ritt auf der Rasierklinge

    In den letzten Tagen konnte sich der Ölpreis oberhalb von 60 US-Dollar festsetzen. Einmal mehr stützt hier die Geopolitik. Der schwelende Konflikt zwischen den USA und Venezuela bringt auch den Ölmarkt zum Brodeln; zumal sich China und Russland bereits verbal an die Seite Venezuelas gestellt haben. 

    Aus charttechnischer Sicht kam die Aufwärtsreaktion genau zur richtigen Zeit, drohte doch noch zum Zeitpunkt der letzten Kommentierung zu Brent-Öl an dieser Stelle nach dem Bruch der 60 US-Dollar ein Rücksetzer auf 52 US-Dollar. Dieses Szenario konnte zunächst abgewendet werden, doch vom Tisch ist es damit noch nicht. Brent-Öl ist charttechnisch angezählt. Der Ölpreis notiert unterhalb der wichtigen Bereiche von 65 US-Dollar und 70 US-Dollar. Ein markanter Abwärtstrend dominiert zudem das Handelsgeschehen. Erst ein Vorstoß über die 70 US-Dollar würde das Chartbild aufhellen. Solange Brent-Öl unterhalb von 70 US-Dollar notiert, besteht auf der Unterseite erhebliches Risiko. Die 52 US-Dollar und die 46,5 US-Dollar stellen zwei potenzielle Preisziele auf der Unterseite dar, die 2026 noch aktuell werden könnten.

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    Sorge vor einer Überversorgung des Marktes

    Die in den letzten Monaten beschlossenen Förderausweitungen der OPEC+ bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage haben die Sorgen vor einer Überversorgung des Marktes befeuert. Die OPEC+ hat sich nun für das 1. Quartal 2026 selbst einen Stopp der Fördermengenausweitung auferlegt. Zur Begründung verwies das Kartell auf saisonale Effekte. Am 04. Januar wird die OPEC+ erneut beraten. Womöglich liefert dieser Termin erste Anhaltspunkte darüber, wie sich die Förderpolitik ab April gestalten könnte.

    Aktuelle Daten der EIA

    Schauen wir uns die aktuellen US-Daten für die Woche zum 12. Dezember an. Aufgrund der Feiertage veröffentlicht die EIA (U.S. Energy Information Administration die Daten zur Woche vom 19. Dezember erst am 29. Dezember. Die EIA vermeldete für die Woche zum 12. Dezember einen Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 1,3 Mio. Barrel auf 424,4 Mio. Barrel. Die US-Ölproduktion belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf 13,843 Mio. bpd. In der Woche zum 05. Dezember lag diese bei 13,853 Mio. bpd. Das bisherige Rekordhoch datiert aus der Woche zum 07. November mit 13,862 Mio. bpd.

    Zusammenfassung – Kommt es zu einer Neubewertung der Ölpreise?

    Aktuell dominiert die Sorge vor einer Überversorgung des Ölmarktes das Handelsgeschehen. Ein geopolitischer Risikoaufschlag hält Brent-Öl jedoch derzeit oberhalb von 60 US-Dollar. Zu einer Neubewertung der Ölpreise und damit einhergehend zu einem kräftigen Preisanstieg kann es nur kommen, wenn die Sorgen hinsichtlich eines Überschusses am Ölmarkt zurückgedrängt werden. Ein überraschend deutlicher Anstieg der Nachfrage oder dauerhafte Förderdisziplin wären zwei Faktoren, die das Bild aufhellen könnten. Nachdem das Jahr 2025 bereits durch diverse geopolitische Krisen geprägt war, die die Ölpreise temporär beeinflussten, ist damit auch in 2026 zu rechnen. Die Edelmetalle weisen derzeit im Gegensatz zu Brent-Öl ein unfassbares Momentum auf. Dass sich daran so schnell etwas ändern wird, ist eher nicht zu erwarten. Aus charttechnischer Sicht ist der entscheidende Preisbereich für Brent-Öl die Marke von 70 US-Dollar. Darüber muss der Ölpreis, um eine Chance auf eine Erholung zu haben. 

    Zudem gilt: Die Aktien der großen Ölproduzenten, wie BP, Shell, Exxon Mobil oder Chevron hinken den Aktien der großen Gold- und Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Hecla Mining und nicht zuletzt Pan American Silver in ihrer Entwicklung hinterher. Es sollte in Anbetracht der Situation nicht überraschen, wenn die Lücke zu Jahresbeginn zunächst weiter aufgeht. 

    Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

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    Verfasst vonRedakteurMarcel Torney
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