Große Strategiefrage

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    Weniger Aktien, mehr Sicherheit? Vanguard stellt das klassische 60 zu 40 infrage

    Vanguard dreht das klassische Portfolio um. Der Vermögensverwalter erwartet gedämpfte Aktienrenditen und setzt stärker auf Anleihen.

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    Große Strategiefrage - Weniger Aktien, mehr Sicherheit? Vanguard stellt das klassische 60 zu 40 infrage

    Der Vermögensverwalter Vanguard rechnet für das Jahr 2026 mit besseren risikobereinigten Erträgen bei einem ungewöhnlichen Portfolio-Mix. Statt 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen empfiehlt das Haus 40 Prozent Aktien und 60 Prozent festverzinsliche Anlagen. Das berichtet der Nachrichtensender CNBC.

    Gedämpfte Erwartungen für Aktien

    Roger Aliaga-Díaz, globaler Leiter für Portfoliokonstruktion bei Vanguard und Chefökonom für Nord- und Südamerika, sieht vor allem bei Aktien begrenztes Potenzial. "Wir sehen sehr gedämpfte Renditen bei US-Aktien, oder wir erwarten zumindest deutlich niedrigere Erträge als in den vergangenen Jahren", sagte er.

    In den letzten 10 Jahren erzielten Aktien im Schnitt eine Jahresrendite von 15 Prozent. Für das kommende Jahrzehnt erwartet Vanguard lediglich 4,5 bis 5 Prozent.

    Anleihen gewinnen an Attraktivität

    Auf der Anleiheseite rechnet Vanguard mit anhaltend hohen Zinsen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen dürfte sich laut Aliaga-Díaz zwischen 4 und 4,5 Prozent bewegen. Höhere Renditen könnten Kursverluste teilweise abfedern.

    "Was wir sehen, ist eine Kompression der Aktienrisikoprämie", sagte Aliaga-Díaz.

    "Der Markt belohnt das zusätzliche Risiko von Aktien kaum noch."

    Nach Berechnungen von Vanguard liegt die erwartete annualisierte Rendite des 40-zu-60-Portfolios über 10 Jahre bei 5,7 Prozent. Das klassische 60-zu-40-Portfolio kommt nur auf 5,3 Prozent. Gleichzeitig sinkt die erwartete Schwankung deutlich auf 6,9 Prozent, verglichen mit 9,3 Prozent.

    Vorsicht vor überzogenen Bewertungen

    Zwar sei 2025 ein starkes Aktienjahr gewesen, doch die Schwankungen hätten zugenommen. Für die Vereinigten Staaten erwartet Aliaga-Díaz weitere Unsicherheiten. "2026 dürfte erneut ein Jahr mit vielen ungelösten politischen und geopolitischen Fragen werden", sagte er. Diese Risiken träfen auf "einen Markt, der bereits überbewertet ist oder zumindest sehr hohe Bewertungen aufweist".

    Weniger Fokus auf künstliche Intelligenz

    Innerhalb des Aktienanteils setzt Vanguard stärker auf Substanzwerte und nur gering auf Wachstumsaktien. Dazu zählen auch Titel aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Erwartungen seien hoch, die Bewertungen ebenfalls, erklärte Aliaga-Díaz.

    Dennoch könne die Technologie breiter wirken. "Wenn künstliche Intelligenz wirklich eine Allzwecktechnologie wird, dann profitieren auch andere Unternehmen davon", sagte er. Er nannte Gesundheitswesen, Finanzbranche, Banken und Industrie.

    Internationale Anleihen im Vorteil

    Im Anleiheteil setzt Vanguard vor allem auf den US-Investment-Grade-Markt, ergänzt um internationale Anleihen. Rund 24 Prozent des Portfolios entfallen darauf.

    "Wir erwarten eine Annäherung der Geldpolitik", sagte Aliaga-Díaz. Während die US-Notenbank zögerlich bleibe, könnten andere Zentralbanken den Kurs ändern. Das verschaffe internationalen Anleihen einen leichten Vorteil.

    Für wen sich welche Strategie eignet

    Das 40-zu-60-Portfolio richtet sich laut Vanguard an Anleger mit einem Zeithorizont von bis zu 10 Jahren oder mit Nähe zum Ruhestand. Wer langfristig investiert, etwa für Altersvorsorge oder Ausbildung, könne beim klassischen 60-zu-40 bleiben.

    "Diese Marktzyklen und Korrekturen sind eher kurzfristig", sagte Aliaga-Díaz. Für Anlageziele jenseits von 10 Jahren sei das traditionelle Modell weiterhin geeignet.

    Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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