Weltgrößten Rohölreserven
Trump schickt Big Oil nach Venezuela! Milliardenfalle oder Mega-Chance?
Venezuela besitzt die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, rund ein Fünftel des globalen Rohöls. Doch die Infrastruktur ist marode. Nun will Trump Big Oil nach Venezuela schicken. Milliardenfalle oder Mega-Chance?
- Venezuela hat größte Ölreserven, Infrastruktur marode.
- Trump will Öl als geopolitische Waffe nutzen.
- Hohe Investitionen nötig, Risiken für Big Oil groß.
- Report: Gold & Silber auf Rekordjagd
US-Präsident Donald Trump will Venezuelas Öl zur Waffe machen und hat dafür die mächtigsten Ölmanager Amerikas in ein Minenfeld geschickt. In Washington findet am Freitag ein Spitzentreffen statt, bei dem die Branche ein Déjà-vu fürchtet: enorme Risiken, unklare Regeln, aber auch eine seltene Chance, Zugriff auf die größten Rohölreserven der Welt zu erhalten.
Seit der Festnahme von Nicolás Maduro sitzt das Weiße Haus am längeren Hebel. Die Sanktionen bleiben bestehen und vor der Küste liegt eine US-Flotte.Wer handeln will, braucht faktisch grünes Licht aus Washington – und genau das macht die Lage für Unternehmen so heikel.
Die Administration drückt aufs Tempo: Zwei weitere Tanker wurden beschlagnahmt, Millionen Barrel sollen übernommen werden. Zudem sollen bis zu 50 Millionen Barrel als eine Art Anzahlung an die USA gehen. Sie sollen zu Marktpreisen verkauft werden und Trump will über die Verwendung der Erlöse mitbestimmen. Händler wie Vitol und Trafigura sichern sich dafür bereits Lizenzen.
Trumps Kalkül ist klar: Können die USA den venezolanischen Ölfluss steuern, gewinnen sie geopolitische Hebel – gegenüber China, das auf Importe angewiesen ist, ebenso wie gegenüber Russland, dessen Staatseinnahmen stark von stabilen Ölpreisen abhängen. Doch aus Sicht von Big Oil ist kein schneller Gewinn in Sicht. Jahrzehnte der Vernachlässigung haben ihre Spuren hinterlassen: stillgelegte Bohrinseln, undichte Pipelines, beschädigte Anlagen und erhebliche Sicherheitsrisiken. Nach Berechnungen von Rystad Energy würden allein die notwendigen Investitionen zur Stabilisierung der aktuellen Förderung von rund einer Million Barrel pro Tag etwa 53 Milliarden US-Dollar über 15 Jahre erfordern.
Hinzu kommt die Politik. Die neue Führung in Caracas will keine Fremdverwaltung akzeptieren, während Trump offen über eine lang andauernde Rolle der USA spricht. Banken sollen Treuhand-Modelle für Öleinnahmen prüfen, doch einige zögern wegen juristischer Risiken. Sinkende Preise könnten zwar den Wählern helfen, aber die US-Produzenten treffen. Bei einem Preis von rund 56 US-Dollar je Barrel wird so manches Bohrprojekt zur Geduldsprobe.
Für Anleger ist das die entscheidende Frage: Wird Venezuela zum geopolitischen Trumpf – oder zur Milliardenfalle für Chevron, Exxon Mobil, ConocoPhillips und Öldienstleister wie Weatherford?
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

