Öl-Drama
Trump droht Exxon mit Ausschluss aus Venezuela-Investitionen
Nach scharfer Kritik des Exxon-Chefs an den rechtlichen Rahmenbedingungen Venezuelas zieht US-Präsident Donald Trump Konsequenzen in Betracht.
- Trump erwägt Ausschluss von Exxon aus Venezuela.
- Exxon-Chef kritisiert rechtliche Rahmenbedingungen.
- Venezuela benötigt Reformen für Investitionsschutz.
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US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag angedeutet, den US-Ölriesen Exxon Mobil von Investitionen in Venezuela auszuschließen. Hintergrund sind kritische Aussagen von Exxon-CEO Darren Woods, der Venezuela bei einem Treffen im Weißen Haus als "uninvestierbar" bezeichnet hatte.
"Mir hat Exxons Antwort nicht gefallen. Ich werde wahrscheinlich dazu neigen, Exxon auszuschließen", sagte Trump auf dem Rückflug nach Washington an Bord der Air Force One.
Treffen mit Signalwirkung – und politischen Spannungen
Die Äußerungen fielen im Anschluss an ein hochrangiges Treffen im Weißen Haus, an dem neben Woods mindestens 17 weitere Spitzenmanager der internationalen Ölindustrie teilnahmen. Trump hatte die Führungskräfte dabei aufgefordert, rund 100 Milliarden US-Dollar zu investieren, um die marode Ölindustrie Venezuelas wiederzubeleben.
Das Treffen fand nur wenige Tage nach der spektakulären Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Truppen statt. Die neue Machtkonstellation sollte aus Sicht des Weißen Hauses den Weg für einen wirtschaftlichen Neustart ebnen.
Woods machte deutlich, dass Exxon vor einem Wiedereinstieg tiefgreifende Reformen fordere. Venezuela benötige verlässliche Investitionsschutzmechanismen, zudem müsse das nationale Kohlenwasserstoffgesetz grundlegend überarbeitet werden. "Wenn man sich die heutigen rechtlichen und kommerziellen Rahmenbedingungen ansieht, ist Venezuela uninvestierbar", sagte Woods.
Historische Altlasten belasten Vertrauen
Exxon Mobil, ConocoPhillips und Chevron waren über Jahrzehnte hinweg die wichtigsten ausländischen Partner des staatlichen Ölkonzerns PDVSA.
Während Chevron Vereinbarungen mit PDVSA aushandeln konnte, verließen Exxon und ConocoPhillips das Land und leiteten Schiedsverfahren ein. Laut rechtskräftigen Urteilen schuldet Venezuela den beiden Konzernen heute zusammen mehr als 13 Milliarden US-Dollar.
"Unsere Vermögenswerte wurden dort bereits zweimal beschlagnahmt", sagte Woods mit Blick auf die Vergangenheit. Ein dritter Markteintritt sei daher nur unter grundlegend veränderten Bedingungen vorstellbar.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Exxon Mobil Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,38 % und einem Kurs von 124,6USD auf NYSE (10. Januar 2026, 02:04 Uhr) gehandelt.

