US-Bankwerte crashen
Trump schockt Kreditkartenbranche: Zehn-Prozent-Deckel lässt Aktien abstürzen
US-Präsident Donald Trumps Vorstoß gegen hohe Kreditkartenzinsen setzt Banken und Zahlungsriesen massiv unter Druck. Anleger verkaufen.
- Trumps Forderung: Kreditkartenzinsen auf 10% begrenzen.
- Banken und Zahlungsdienstleister reagieren mit Kursverlusten.
- Zinsobergrenze könnte Kreditvergabe und Gewinne schmälern.
- Report: Vorsicht, geheim!
Die Aktien von US-Kreditkartenunternehmen und großen Kartenausstellern geraten am Montag deutlich unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump eine einjährige Obergrenze von zehn Prozent für Kreditkartenzinsen gefordert hatte. Die Aussagen fielen am Freitagabend auf Trumps Plattform Truth Social und wurden am Wochenende bekräftigt. Vor US-Börsenbeginn sacken die Kurse zahlreicher Banken und Zahlungsdienstleister ab, angeführt von Capital One, Synchrony Financial, American Express, JPMorgan, Citigroup, Visa und Mastercard.
Trump erklärte, Kreditkartenanbieter würden "gegen das Gesetz verstoßen", sollten sie die Zinssätze nicht bis zum 20. Januar auf zehn Prozent senken und für ein Jahr dort belassen. "Bitte seien Sie sich bewusst, dass wir nicht länger zulassen werden, dass die amerikanische Öffentlichkeit von Kreditkartenunternehmen 'ausgenommen' wird", schrieb der Präsident. In Gesprächen mit Reportern sagte er weiter: "Dann verstoßen sie gegen das Gesetz. Einige von ihnen verlangen 28 Prozent, fast 30 Prozent. Die Leute wissen nicht, dass sie 30 Prozent zahlen." Eine rechtliche Grundlage für diese Forderung nannte Trump nicht.
Die Branche reagierte umgehend mit scharfer Kritik. Mehrere große Bankenverbände warnten in einer gemeinsamen Erklärung, eine solche Zinsobergrenze würde Verbraucher in "weniger regulierte, teurere Alternativen" drängen. Später schlugen die Verbände moderatere Töne an, betonten jedoch weiterhin, eine starre Deckelung auf zehn Prozent würde die Kreditvergabe einschränken und gerade einkommensschwache Haushalte treffen.
Auch Analysten äußerten Zweifel an der Umsetzbarkeit. Der Analyst George Pollack von Signum Global Advisors wies darauf hin, dass eine Zinsobergrenze nicht per Präsidialerlass eingeführt werden könne, sondern ein Gesetz des Kongresses erfordere. Entsprechend haben Trumps Aussagen bislang keine Gesetzeskraft, sorgten an den Märkten jedoch dennoch für Verkaufsdruck.
Besonders heftig gerieten Geschäftsmodelle unter Druck, die stark von Zinserträgen abhängen. Bloomberg-Analysten warnten, dass die Gewinne von Capital One, Synchrony Financial und Bread Financial bei einer Umsetzung erheblich leiden würden. Die Unternehmen würden voraussichtlich mit höheren Gebühren und einer Einschränkung der Kreditvergabe reagieren. Dagegen legten Anbieter von "Jetzt kaufen, später bezahlen"-Modellen wie Affirm und Klarna vorbörslich zu, da sie von einer Verlagerung der Nachfrage profitieren könnten.
Parallel dazu gibt es im US-Kongress bereits parteiübergreifende Vorstöße für gesetzliche Zinsobergrenzen. Ob Trumps Initiative politische Mehrheiten findet, ist offen. An den Börsen jedoch wurde die Unsicherheit sofort eingepreist.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

