Kulturelle Machtfrage
Netflix greift nach Hollywood – aber Trump hat etwas dagegen
Ein Milliarden-Deal erschüttert Hollywood. Es geht um Marktmacht, Kultur und Einfluss. Die Politik warnt vor zu viel Kontrolle und Regulierer stehen unter Zugzwang.
- Netflix plant 83 Mrd. USD Übernahme von Warner Bros.
- Trump warnt vor Machtkonzentration in Hollywood.
- Regulierer sollen Deal auf Marktstrukturen prüfen.
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US-Präsident Donald Trump hat sich öffentlich kritisch zu dem geplanten Deal von Netflix geäußert. Der Streamingkonzern will die Streaming- und Studio-Vermögenswerte von Warner Bros. Discovery übernehmen.
Auf seiner Plattform Truth Social teilte Trump einen Meinungsbeitrag des Anwalts John Pierce. Der Text erschien im vergangenen Monat bei One America News und trägt den Titel "Stop the Netflix Cultural Takeover". Darin warnt Pierce vor einer zu starken Machtkonzentration.
Netflix würde durch den Deal zum "dominantesten kulturellen Gatekeeper werden, den die Vereinigten Staaten – und ein Großteil der Welt – je gesehen haben", schrieb Pierce. Die US-Filmindustrie würde sich von einem wettbewerbsgetriebenen Markt zu einer einzigen, politisch gelenkten Super-Einheit entwickeln.
"Das ist kein Kapitalismus. Das ist kulturelle Zentralplanung."
Er forderte das Department of Justice und die Federal Trade Commission auf, die geplante Übernahme kartellrechtlich mit höchster Priorität zu prüfen. Es gehe nicht nur um Marktstrukturen, sondern auch um Meinungsfreiheit und kulturellen Pluralismus.
"Netflix sollte konkurrieren, nicht erobern."
Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery hatte dem Übernahmeangebot von Netflix im Volumen von 83 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Zuvor hatte er ein feindliches Angebot von Paramount Skydance in Höhe von 108 Milliarden US-Dollar abgelehnt. Dessen Führung um David Ellison und dessen Vater Larry gilt als politisch mit Trump verbunden.
Pierce kritisierte diese Entscheidung scharf. Die Regulierungsbehörden müssten nun prüfen, ob der Vorstand von Warner Bros. Discovery ein finanziell überlegenes Angebot abgelehnt habe, weil Netflix als ideologisch bevorzugter Käufer gegolten habe.
Trump selbst hatte den Deal bereits im Vormonat als potenzielles Problem bezeichnet. Netflix habe bereits einen sehr großen Marktanteil. Mit den Vermögenswerten von Warner Bros. würde dieser noch deutlich wachsen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

