Benzinpreis
Steigt der Ölpreis wegen der Proteste im Iran?
Diplomatie oder Militärschlag? Das lässt US-Präsident Donald Trump bewusst und vielsagend offen, wenn es um den Iran geht.
- Trump lässt Optionen gegen Iran offen, Diplomatie unklar.
- Iran kontrolliert Straße von Hormus, Ölmarkt gefährdet.
- Proteste im Iran fordern viele Leben, Lage angespannt.
- Report: Favoritenwechsel
Für den Ölmarkt ist der Iran von großer Bedeutung. Das Land zählt zu den größten Ölproduzenten der Welt und kontrolliert weitgehend die Straße von Hormus, eine zentrale maritime Passage für den Rohöltransport.
Doch es brodelt in dem erdölreichen Land. Neuesten Berichten zufolge seien bei den Demonstrationen im Iran mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Die Proteste werden werden besonders vom Weißen Haus aufmerksam verfolgt.
Trump sagte am Sonntag, Teheran sei bereit, Verhandlungen über sein Atomprogramm aufzunehmen, und ein Treffen werde vorbereitet. Gleichzeitig prüften die USA weiterhin "sehr starke Optionen".
Am Montag erklärte Trump in den sozialen Medien, er habe Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen jedes Land angeordnet, das Geschäfte mit Iran mache.
Wie ernst, oder wie bedrohlich die Lage für das Regime ist, bleibt offen; am Rohstoffemarkt aber mehren sich die Sorgenfalten: Schon eine kurzfristige Eskalation könnte Lieferströme unterbrechen oder die Versicherungskosten für Transporte durch den Golf erhöhen.
Der Iran gehört zu den größten Ölproduzenten der Welt. Im Jahr 2023 war das Land laut der Energy Information Administration (EIA) der neuntgrößte Ölproduzent weltweit, mit einer Förderung von fast 4 Millionen Barrel pro Tag und einem Anteil von rund 4 Prozent an der globalen Gesamtproduktion.
Als Folge einer Eskalation mit den USA, könnte der Iran die Straße von Hormus schließen. Der Öldurchfluss durch die Meerenge lag 2024 im Durchschnitt bei 20 Millionen Barrel pro Tag. Das sind rund 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs flüssiger Erdölprodukte, so die EIA.
Diese Bedrohung gab es zuletzt im Juni letzen Jahres, als Berichte darauf hindeuteten, dass das iranische Parlament die Schließung der Meerenge befürwortet habe.
Der Ölfluss durch die Meerenge ist bislang aber nie vollständig zum Erliegen gekommen. Dennoch haben in der Vergangenheit bereits eine Verknappung die Preise in die Höhe getrieben, da Reeder Ladungen ablehnten.
In den vergangenen Tagen legten die Rohölpreise um die 5 Prozent zu. An der Zapfsäule kommen solche Konflikte meist erst nach Tagen oder Wochen an; vielleicht hat sich die Lage dann schon wieder beruhigt.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

