Platinpreis vor Eskalation
Besser als Gold und Silber? Warum Platin jetzt das Edelmetall der Stunde ist
Der Platinpreis rückte spätestens mit seiner Dezember-Rallye wieder in den Fokus der Anleger. Eine Mischung aus steigender Nachfrage und begrenztem Angebot macht Platin zum Edelmetall der Stunde.
- Platinpreis steigt durch Nachfrage und begrenztes Angebot.
- Defizit von 692.000 Unzen für 2025 erwartet.
- Platin als sichere Anlagealternative zu Gold und Silber.
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Platinpreis aktuell - Was treibt das Edelmetall aktuell an?
Ähnlich wie Silber befindet sich Platin bereits seit geraumer Zeit in einem Defizit. Nach 2023 und 2024 dürfte Platin auch für das Jahr 2025 zum dritten Mal in Folge ein Defizit aufweisen. Das World Platinum Investment Council (WPIC) gab im Bulletin zum 3. Quartal 2025 das erwartete Defizit für 2025 mit 692.000 Unzen an. Das Bulletin zum 4. Quartal 2025 wird am 04. März veröffentlicht.
Aufgrund der Defizitsituation schlug der Anstieg der Platinnachfrage sofort auf den Preis durch. So verstärkte sich unter anderem die Nachfrage aus dem Investmentbereich deutlich. Dabei waren es weniger physisch besicherte Platin-ETFs, die die Nachfrage nachhaltig ankurbelten, als vielmehr traditionelle Anlageformen, wie Barren und Münzen, die sich einer immer größer werdenden Beliebtheit unter Anlegern und Investoren erfreu(t)en. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass Platin ähnlich wie Silber immer stärker als Alternative zu Gold wahrgenommen wird, wenn es für Anleger und Investoren darum geht, sichere Häfen anzusteuern. Mit Blick auf die immer zahlreicher werdenden geopolitischen und wirtschaftspolitischen Brandherde könnte sich dieser Trend in den nächsten Monaten womöglich noch verstärken.
Die Nachfrage aus der Schmuckindustrie erwies sich in den letzten Wochen und Monaten ebenfalls als veritabler Preistreiber.
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Neubewertung durch sich abzeichnende Abschwächung des EU-Verbrenner-Aus
Platin und Palladium – beide Edelmetalle werden von der Automobilindustrie sehr stark nachgefragt – erfuhren im Dezember eine Art Neubewertung. Damals zeichnete sich die Lockerung bzw. Abschwächung des ursprünglich für 2035 in der EU geplanten Verbrenner-Aus immer deutlicher ab. Noch muss der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission verschiedene Hürden nehmen, um zum Gesetz zu werden. Doch durch die sich abzeichnende Abkehr vom restriktiven Verbrenner-Aus dürfte Platin mit der Automobilindustrie ein wesentlicher Nachfrager vorerst erhalten bleiben.
Platin vs. Gold und Silber – Ist Platin noch unterbewertet?
Eine Möglichkeit, das Preisniveau von Platin einzuordnen, ist ein Blick auf relevante Ratios. Die Gold-Platin-Ratio ist eine bewährte Bewertungsmöglichkeit. Der aktuelle Goldpreis liegt bei 4.600 US-Dollar, der aktuelle Platinpreis bei 2.362 US-Dollar. Die Gold-Platin-Ratio beträgt entsprechend etwa 1,95. Zum Zeitpunkt der letzten Platin-Kommentierung an dieser Stelle am 09. Dezember betrug die Ratio 2,52. Wie ist die aktuelle Ratio nun einzuordnen?
In den letzten Wochen erfuhr die Ratio eine heftige Abkühlung. Im Frühjahr 2025 waren noch Ratiowerte von 3,5 zu beobachten. Insofern hat Platin im Vergleich zu Gold in den letzten Monaten viel Boden gutgemacht. Vergleicht man das Rationiveau jedoch mit anderen Zeiträumen, dann wird schnell klar, das Platin sogar noch weiteres Nachholpotenzial hat. So bewegte sich die Ratio etwa im Zeitraum 1976 bis 2016 von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen in einer Spanne von 0,5 bis 1,0. Derzeit lässt Gold keine Schwäche erkennen und so sollte eine Ratioanpassung über einen dynamisch ansteigenden Platinpreis nicht überraschen.
Obgleich vielleicht nicht ganz so bedeutend blicken wir auch auf die Platin-Silber-Ratio. Der aktuelle Silberpreis liegt bei 85,3 US-Dollar. Entsprechend beträgt die Platin-Silber-Ratio knapp 27,7. Noch im Sommer 2025 bewegte sich die Ratio oberhalb von 38. Selbst die knackige Aufwärtsbewegung vom Platin im Dezember hatte diesbezüglich nur „kosmetischen Charakter“. Sie wurde von der imposanten Silber-Rallye überlagert. Obgleich eine Platin-Silber-Ratio von unter 30 nicht gänzlich unbekannt ist, ist sie eher selten und ein Anzeichen für eine vorliegende Extremsituation. Ähnlich wie Gold zeigt auch Silber keinerlei Schwäche und hat die 100 US-Dollar im Visier. Auch unter diesem Aspekt ist eine Erholung der Ratio auf „Normalwerte“ eher über einen haussierenden Platinpreis zu erwarten.
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Fazit – Chancen und Risiken für Platin
Platin kann sich gegenwärtig auf starke fundamentale Rahmenbedingungen stützen. Ein komplettes Verbrenner-Aus in der EU scheint erst einmal vom Tisch zu sein. Zudem gibt es die leise Hoffnung, dass sich die industrielle Nachfrage belebt. So ist nicht zuletzt die Chemieindustrie ein wesentlicher Nachfrager. Weitere Aspekte – wie die US-Dollar-Schwäche - runden das positive Bild ab. Aufgrund der zahlreichen geo- und wirtschaftspolitischen Brandherde dürfte Platin auch weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleiben. Kurzum. Eine robuste Nachfrage könnte auch 2026 auf eine angespannte Angebotsseite treffen. Aus charttechnischer Sicht bedarf es eines Sprungs über das bisherige Rekordhoch von 2.500 US-Dollar, um die Tür in Richtung 3.000 US-Dollar und darüber hinausgehend aufzustoßen. Platin könnte Gold und Silber kurzfristig in puncto Momentum überflügeln, wie die Ratios andeuten. Etwaige Rücksetzer bleiben idealerweise auf 2.000 US-Dollar begrenzt. Starke Unterstützungen gibt es erst im Bereich von 1.750 US-Dollar und 1.500 US-Dollar.
Die letzte Platin-Kommentierung wurde an dieser Stelle mit „[…] Generell gilt unverändert, dass die Aktien der großen Gold- und Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Pan American Silver oder Hecla Mining unverändert exzellente Alternativen zu den hochbewerteten Tech-Aktien wie Nvidia und Palantir etc. darstellen. Darüber hinaus könnte sich auch ein Blick auf die Aktien der großen Platinproduzenten wie Impala Platinum, Northam Platinum und Sibanye Stillwater lohnen. Diese kamen zuletzt immer besser in Schwung.“ beschlossen. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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