Start der Earnings-Season
Diese ersten Quartalszahlen lassen selbst Optimisten zweimal hinschauen
JPMorgan schlägt im vierten Quartal die Erwartungen deutlich. Chef Jamie Dimon lobt das Geschäft, warnt aber vor geopolitischen und inflationären Risiken.
- JPMorgan übertrifft Q4-Erwartungen mit 13 Mrd. USD Gewinn.
- Umsatzwachstum in allen Bereichen, Rekord im Zahlungsverkehr.
- CEO Dimon warnt vor geopolitischen und inflationsbedingten Risiken.
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JPMorgan Chase hat im vierten Quartal 2025 zwar einen hohen Gewinn erzielt, verzeichnet aber dennoch einen Rückgang. Der Nettogewinn liegt bei 13,0 Milliarden US-Dollar und damit 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um einen Sondereffekt verdiente die größte US-Bank 14,7 Milliarden US-Dollar. Das entsprach 5,23 US-Dollar je Aktie und lag klar über den Erwartungen der Wall Street.
Analysten hatten laut Bloomberg und LSEG mit rund 4,92 bis 5,00 US-Dollar je Aktie gerechnet. Auch beim Umsatz übertraf der Konzern die Prognosen. Die Erlöse beliefen sich auf 46,77 Milliarden US-Dollar. Der Konsens hatte bei etwa 46,35 Milliarden US-Dollar gelegen.
Die Aktie reagierte verhalten positiv. Im vorbörslichen US-Handel notierte sie leicht im Plus.
Alle Sparten wachsen
Konzernchef Jamie Dimon zeigte sich zufrieden. "Das Unternehmen schloss das Jahr mit einem starken vierten Quartal ab", sagte er. Ausschlaggebend sei die breite Stärke des Geschäfts gewesen.
Im Investmentbanking und Firmenkundengeschäft stieg der Umsatz um 10 Prozent. Das Marktgeschäft profitierte von hoher Kundennachfrage nach Finanzierungen. Die Erträge legten hier um 17 Prozent zu.
Das Zahlungsverkehrsgeschäft erreichte einen Rekordumsatz von 5,1 Milliarden US-Dollar. Gründe waren steigende Einlagen und höhere Gebühreneinnahmen. Im Privatkundengeschäft wuchs der Umsatz um 6 Prozent.
Millionen neue Kunden und Apple Card
JPMorgan gewann 2025 massiv neue Kunden. Die Bank eröffnete 1,7 Millionen neue Girokonten. Hinzu kamen 10,4 Millionen neue Kreditkartenkonten. Die Zahl der Vermögensverwaltungskunden stieg auf über 3 Millionen Haushalte.
Dimon verwies zudem auf einen strategischen Schritt. "Mit Blick auf die Zukunft freuen wir uns darauf, der neue Emittent der Apple Card zu werden", sagte er. Das Projekt sei ein Beispiel für den gezielten Einsatz überschüssigen Kapitals.
Rekorde im Vermögensmanagement
Besonders stark entwickelte sich das Asset- und Wealth-Management. Der Quartalsumsatz stieg um 13 Prozent auf den Rekordwert von 6,5 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr flossen netto 553 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern zu. Die verwalteten Vermögen wuchsen dadurch auf über 7 Billionen US-Dollar.
Dimon mahnt zur Vorsicht
Trotz der starken Zahlen warnte Dimon vor Selbstzufriedenheit. Die US-Wirtschaft zeige sich zwar widerstandsfähig. Verbraucher gäben weiter Geld aus und Unternehmen seien überwiegend solide aufgestellt. Doch Risiken blieben bestehen:
"Wie immer bleiben wir jedoch wachsam, und die Märkte scheinen die potenziellen Gefahren zu unterschätzen."
Er nannte geopolitische Spannungen, hartnäckige Inflation und hohe Vermögenspreise als mögliche Belastungsfaktoren. Zum Jahresende verfügte JPMorgan über Vermögenswerte von 4,4 Billionen US-Dollar und ein Eigenkapital von 362 Milliarden US-Dollar.
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Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
Die JPMorgan Chase Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,45 % und einem Kurs von 279,4EUR auf Tradegate (13. Januar 2026, 13:25 Uhr) gehandelt.
