Der Countdown läuft
2026 endet die Schonfrist für Bayer
Ab 2027 soll die Pharmasparte wieder wachsen, ab 2028 die Profitabilität deutlich steigen. Nach Jahren der Skepsis erwarten Investoren endlich Ergebnisse.
- Bayer plant ab 2027 Wachstum im Pharmageschäft.
- Ab 2028 soll operative Marge auf 30% steigen.
- Neue Medikamente sollen Umsatzrückgänge ausgleichen.
- Report: Vorsicht, geheim!
Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer will sein Pharmageschäft spätestens ab 2027 wieder auf einen Wachstumspfad im mittleren einstelligen Prozentbereich führen. Das kündigte Pharmachef und Vorstandsmitglied Stefan Oelrich auf der JPMorgan Healthcare Conference in San Francisco an. Zugleich soll die operative Marge ab 2028 steigen und bis 2030 einen Wert von rund 30 Prozent erreichen.
Zunächst muss Bayer jedoch die Belastungen aus dem Patentablauf des Blutverdünners Xarelto verdauen. Oelrich hatte bereits im September betont, dass 2026 das letzte Jahr mit spürbaren Umsatzeinbußen aus diesem Patentverlust sein werde. Danach soll eine neue Wachstumsphase einsetzen.
Getragen werden soll diese Entwicklung von neueren Medikamenten wie dem Prostatakrebsmittel Nubeqa, dem Nierenpräparat Kerendia, dem Herzmittel Beyonttra sowie Lynkuet zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren. Große Hoffnungen setzt Bayer zudem auf den Gerinnungshemmer Asundexian, der nach einem schweren Rückschlag im Jahr 2023 zuletzt in einer Schlaganfall-Studie positive Ergebnisse lieferte. Der medizinische Bedarf sei "unglaublich" hoch, sagte Oelrich. Mit Blick auf den Wirkstoff betonte er: "Dies ist ein Bereich, in dem es schlichtweg keine Alternative gibt, und der ungedeckte Bedarf ist einfach zu groß."
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 bestätigte Bayer seine Ziele für die Pharmasparte. Demnach soll der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um null bis drei Prozent wachsen, während die bereinigte operative Marge zwischen 24 und 26 Prozent liegen soll.
Angesichts der jahrelangen Skepsis vieler Investoren gegenüber der Pharmasparte zeigte sich Oelrich selbstbewusst. "Jahrelang hieß es immer nur: 'Ihr müsst erst mal liefern'", zitiert Reuters Oelrich. "Ich denke, Bayer ist kein Fall mehr, bei dem man erst Ergebnisse sehen muss. Bayer ist ein Fall, der gezeigt hat, dass er eine sehr schwierige Situation tatsächlich überwinden kann."
Am Markt galten die Aussagen laut Händlern jedoch nicht als neuer Kurstreiber. Die Ziele seien bekannt, dürften die Aktie aber stützen, hieß es im Handel.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die Bayer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,67 % und einem Kurs von 39,18EUR auf Tradegate (14. Januar 2026, 08:55 Uhr) gehandelt.

