Machtprobe bei Toyota
Tabubruch bei Japans Industrie-Ikone? Aktivisten erzwingen höhere Offerte
Industriegigant Toyota erhöht überraschend sein Übernahmeangebot. Aktivistische Investoren setzen sich durch. Gleichzeitig senden sie ein starkes Signal an Japans Konzernwelt.
- Toyota erhöht Übernahmeangebot für Toyota Industries.
- Aktivisten setzen sich durch, Signal für Japan.
- Elliott kritisierte ursprüngliches Angebot als zu niedrig.
- Report: Vorsicht, geheim!
Der japanische Autokonzern Toyota Motor hat sein Übernahmeangebot für die Tochter Toyota Industries deutlich erhöht. Damit reagiert der Konzern auf den Druck des aktivistischen Investors Elliott Investment Management, der das ursprüngliche Angebot als zu niedrig kritisiert hatte. Darüber berichtet Bloomberg.
Toyota bietet nun 18.800 Yen (101,61 Euro) je Aktie für die noch nicht gehaltenen Anteile an Toyota Industries. Das entspricht einer Erhöhung um rund 15 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Angebot von 16.300 Yen aus dem Juni des Vorjahres. Die Offerte startet am Donnerstag und läuft bis zum 12. Februar.
Die Nachbesserung gilt als Signalwirkung für den Aktionärsaktivismus in Japan. Zwar haben Investoren zuletzt häufiger Veränderungen bei großen Konzernen durchgesetzt, doch ein Erfolg bei einem Unternehmen von der Größe Toyotas wäre bislang eine Ausnahme.
Elliott um den Investor Paul Singer hatte im November einen Anteil von rund fünf Prozent an Toyota Industries offengelegt und den Konzern öffentlich unter Druck gesetzt. Der Fonds argumentierte, das Unternehmen sei deutlich unterbewertet, unter anderem wegen umfangreicher Beteiligungen an anderen Firmen.
Der Markt hatte eine Erhöhung offenbar einkalkuliert. Die Aktie von Toyota Industries notierte seit Ende August über dem ursprünglichen Angebotspreis und zeitweise mehr als 1.500 Yen darüber. Das verringerte den Anreiz für Minderheitsaktionäre, ihre Anteile anzudienen.
Geplant ist, Toyota Industries über eine Zweckgesellschaft von der Börse zu nehmen, die mehrheitlich von Toyota Fudosan kontrolliert wird. Kritiker hatten dem ursprünglichen Vorschlag mangelnde Transparenz und eine Benachteiligung von Minderheitsaktionären vorgeworfen.
Toyota Industries ist das Ursprungsunternehmen des heutigen Konzerns. Es wurde von Sakichi Toyoda gegründet. Sein Sohn Kiichiro Toyoda schuf später Toyota Motor, den Kern des weltweit größten Automobilherstellers.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

