Der Weltmarkt staunt
Seltene Erden im Höhenflug: Chinas Rohstoff-Flut überrascht den Markt
China beschränkt die Exporte, doch die Ausfuhren Seltener Erden steigen auf ein Mehrjahreshoch. Abkommen und Vorratskäufe drehen den Trend.
- China beschränkt Exporte, doch Ausfuhren steigen stark.
- 2025 höchste Exporte Seltener Erden seit 2014.
- Markt bleibt politisch getrieben, Risiko für Investoren.
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Chinas Exporte Seltener Erden erreichten im Jahr 2025 den höchsten Stand seit mindestens 2014. Das geschieht, obwohl Peking seit April Ausfuhren mehrerer mittel- und schwerer Elemente beschränkt. Die Volksrepublik bleibt damit der wichtigste Lieferant für Metalle, die in Elektronik, Autos und Rüstungsgütern stecken.
Nach Daten der chinesischen Zollbehörde lieferte das Land im Gesamtjahr 62.585 Tonnen der Gruppe aus 17 Elementen ins Ausland. Das entspricht einem Plus von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Angaben veröffentlichte die General Administration of Customs am Mittwoch, wie Reuters berichtete.
Exportliste als Antwort auf Zölle
Im April setzte China sieben mittel- und schwere Seltene Erden sowie Magnete auf die Exportkontrollliste. Peking reagierte damit auf hohe Zölle aus den Vereinigten Staaten. In den Monaten April und Mai brachen die Magnetexporte deutlich ein. Viele Abnehmer hielten sich zurück und warteten auf politische Signale.
Ab Juni änderte sich das Bild. Die Ausfuhren zogen wieder an. Grund waren mehrere Abkommen zwischen China, den Vereinigten Staaten und Europa. Diese Vereinbarungen stabilisierten die Lieferbeziehungen. Unternehmen nahmen Bestellungen wieder auf, um die Produktion abzusichern.
Jahresende schwächer, aber über Vorjahr
Im Dezember sanken die Ausfuhren um 20 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 4.392 Tonnen. Die Nachfrage aus dem Ausland ließ nach. Viele Käufer hatten ihre Lager zuvor gefüllt. Sie bereiteten sich auf die Weihnachtspause vor und kauften früher ein.
Trotz des Rückgangs lag das Volumen im Dezember deutlich über dem Vorjahreswert. Gegenüber den 3.326 Tonnen im Dezember 2024 ergibt sich ein Plus von 32 Prozent. Das zeigt, wie stark die Erholung im Jahresverlauf ausfiel.
Vorzieheffekte stützen die Zahlen
Ein Analyst erklärt, viele ausländische Kunden hätten im November größere Mengen gebucht. Viele Käufer hätten sich vor der Feiertagspause mehr Volumen gesichert, so der Experte gegenüber Reuters.
Die November-Exporte sprangen um 26,5 Prozent gegenüber Oktober. Diese Vorzieheffekte stützten die Jahresbilanz. Sie verdecken zugleich, dass die politischen Eingriffe den Markt kurzfristig stark gebremst hatten.
Markt bleibt politisch getrieben
Der Verlauf zeigt, wie eng Rohstoffhandel und Geopolitik verknüpft sind. Kontrollen drücken kurzfristig die Mengen. Abkommen und Lageraufbau können den Effekt rasch umkehren. Für Industrie und Investoren bleibt das Risiko hoch. Die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen ändert sich vorerst nicht.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
