Dividende ab 2027
Größter IPO Europas? CSG peilt Bewertungsabschlag zu Rheinmetall an
Der tschechische Rüstungskonzern plant ein Milliarden-IPO in Amsterdam und lockt mit starkem Wachstum. Ab 2027 sollen zudem 30 bis 40 Prozent des Gewinns an Aktionäre fließen.
- CSG plant Milliarden-IPO in Amsterdam, starkes Wachstum.
- Ab 2027 fließen 30-40% Gewinn an Aktionäre.
- Ankerinvestoren sichern 900 Millionen Euro für CSG.
- Report: Favoritenwechsel - diese 5 Werte sollten Anleger im Depot haben!
Die tschechische Rüstungsgruppe Czechoslovak Group (CSG) bereitet einen Börsengang an der Euronext Amsterdam vor, der zu den größten IPOs Europas in diesem Jahr zählen könnte. Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden Wochen neue Aktien im Volumen von 750 Millionen Euro zu platzieren. Zusätzlich soll ein noch festzulegender Anteil bestehender Aktien angeboten werden. Laut mit der Sache vertrauten Personen könnte das Gesamtvolumen des Börsengangs mehr als drei Milliarden Euro erreichen.
CSG zählt zu den am schnellsten wachsenden Verteidigungsunternehmen weltweit und profitiert vom anhaltenden Boom der Branche infolge des Ukraine-Kriegs und steigender Verteidigungsausgaben vieler Staaten. Zu den Kunden des Unternehmens gehört auch das ukrainische Militär. Die Erlöse aus dem Verkauf der neuen Aktien sollen dem Unternehmen zufließen und für allgemeine Zwecke verwendet werden.
Der Vorsitzende und Alleineigentümer Michal Strnad erklärte, CSG sei sowohl organisch als auch über Zukäufe gewachsen und werde weiter vom beschleunigten Anstieg der globalen Rüstungsausgaben profitieren. "Wir sind der Überzeugung, dass ein Börsengang von CSG das Profil der Gruppe innerhalb der internationalen Investment-Community erhöhen und zusätzliche finanzielle Flexibilität sowie eine Diversifizierung der Finanzierungsquellen zur weiteren Wachstumsunterstützung bieten würde", zitiert Reuters Strnad.
Das Unternehmen hat sich bereits verbindliche Zusagen über insgesamt 900 Millionen Euro von Ankerinvestoren gesichert, darunter Fonds von BlackRock, Artisan Partners sowie Al-Rayyan, einer Tochtergesellschaft des katarischen Staatsfonds. Strnad hatte zuvor erklärt, er erwäge, rund 15 Prozent der Anteile zu platzieren, eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.
CSG erzielte in den ersten neun Monaten 2025 einen Pro-forma-Umsatz von 4,5 Milliarden Euro, ein Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis legte um 79 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Ab 2027 strebt das Unternehmen eine Dividendenausschüttung von 30 bis 40 Prozent des Nettogewinns an.
Der geplante Börsengang fällt in eine Phase, in der europäische Rüstungsaktien Rekordstände erreichen. Strnad nannte Rheinmetall als Vergleichsmaßstab, stellte jedoch einen Bewertungsabschlag gegenüber dem deutschen Konkurrenten in Aussicht. Neben CSG prüfen auch andere europäische Rüstungsunternehmen weitere Börsengänge in diesem Jahr.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,26 % und einem Kurs von 1.894EUR auf Tradegate (14. Januar 2026, 11:54 Uhr) gehandelt.

