Metall-Momentum eskaliert

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    Silber explodiert über 90 US-Dollar – und kaum jemand bekommt noch Ware

    Eine eskalierende Metallrallye treibt Silber über 90 US-Dollar. Knappheit, Zölle und geopolitische Risiken ziehen auch Gold und Kupfer nach oben.

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    Metall-Momentum eskaliert - Silber explodiert über 90 US-Dollar – und kaum jemand bekommt noch Ware

    Die globalen Metallmärkte haben mit einem fulminanten Start ins Jahr neue Rekordmarken erreicht. Gold, Silber, Kupfer und Zinn zogen kräftig an, getrieben von der Aussicht auf weitere Zinssenkungen in den USA, einer Stimmungsaufhellung in China und zunehmenden geopolitischen Spannungen. Seit Ende 2025 verzeichnen Rohstoffe außergewöhnliche Kursgewinne, da Investoren auf ein geldpolitisch unterstützendes Umfeld und strukturelle Angebotsengpässe setzen.

    Besonders stark zeigte sich Silber, das zeitweise um mehr als fünf Prozent zulegte und erstmals die Marke von 90 US-Dollar je Unze überschritt. Gold erreichte ebenfalls ein neues Allzeithoch, während Kupfer und Zinn von Erwartungen an eine steigende industrielle Nachfrage profitierten, unter anderem aus Zukunftsbranchen wie künstlicher Intelligenz. Hinzu kam der sogenannte Debasement-Trade, bei dem Anleger aus Sorge vor hoher Staatsverschuldung und Währungsabwertung verstärkt in Sachwerte flüchten. Ein schwächerer US-Dollar verstärkte diesen Effekt zusätzlich.

    "Wenn Gold sich zuerst bewegt, signalisiert dies in der Regel ein sinkendes Vertrauen in Fiat-Währungen", zitiert Bloomberg Hao Hong, Chief Investment Officer bei Lotus Asset Management. "Alles wird an Gold gemessen, daher sehen die meisten Vermögenswerte derzeit günstig aus."

    Zusätzlichen Rückenwind lieferte eine spekulative Welle aus China. Das Handelsvolumen an der Shanghai Futures Exchange zog deutlich an, die offenen Positionen bei Basismetallen erreichten Rekordstände. Gleichzeitig spitzen sich Angebotsprobleme zu: Produktionsstörungen bei Kupfer, Engpässe bei Aluminium in China und rückläufige Zinnexporte aus Indonesien verschärfen die Knappheit.

    Auch handelspolitische Risiken spielten eine zentrale Rolle. Die Aussicht auf US-Importzölle stützte insbesondere Silber und Kupfer. Händler lagerten Metall in US-Häfen, während mögliche Maßnahmen nach Section 232 des US-Handelsrechts den Abfluss von Edelmetallen nach London bremsten. Die daraus resultierende Backwardation – also höhere Preise für sofort verfügbare Ware als für spätere Lieferungen – gilt als klares Signal für physische Knappheit. "Es ist, als befänden wir uns derzeit in einem permanenten Zustand der Backwardation bei den weißen Metallen", sagte Andrew Matthews von UBS.

    Gleichzeitig bleibt Vorsicht angebracht. Citigroup und Goldman Sachs rechnen trotz der Rallye mit rückläufigen Kupferpreisen im Jahresverlauf, da die physische Nachfrage in China zuletzt schwach war. Bei Edelmetallen hingegen bleibt der Trend intakt. Citi hob seine kurzfristigen Preisziele für Gold auf 5.000 US-Dollar und für Silber auf 100 US-Dollar an. UBS-Strategin Joni Teves betonte zwar, eine Konsolidierung wäre "gesund", räumte jedoch ein: "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, sich dem Momentum zu widersetzen."

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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