Parlament vor der Auflösung
Bald Neuwahlen! Nikkei im Rekordrausch: Der Takaichi-Trade ist zurück
Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi steht vor dem Schritt, vorgezogene Neuwahlen anzusetzen, um ihre politische Position zu festigen. Die Aktienmärkte steigen auf neue Höchststände
- Takaichi plant Neuwahlen zur Festigung ihrer Macht.
- Aktienmärkte steigen, Nikkei erreicht Rekordhoch.
- Beliebtheit bei jungen Wählern stärkt ihre Position.
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Laut Berichten japanischer Medien wird die 64-Jährige voraussichtlich am kommenden Montag bekanntgeben, dass sie das Unterhaus des Parlaments bereits zu Beginn der Sitzung am 23. Januar auflösen möchte. Der angestrebte Wahltermin wird für Februar erwartet. In den Finanzmärkten stieß die Aussicht auf ein starkes Wahlergebnis auf positive Resonanz – die Börse in Tokio erreichte ein Rekordhoch, da Investoren auf eine Stärkung der ohnehin schon aggressiven Finanzpolitik hoffen.
Takaichi, die seit Ende Oktober das Amt der Ministerpräsidentin bekleidet, nutzt ihre hohe Popularität aus, um die fragile Mehrheit ihrer Regierung zu sichern. Als Vorsitzende der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) hatte sie eine Koalition mit der konservativ-liberalen Ishin-Partei gebildet, nachdem die Koalition mit der Komeito-Partei aufgrund eines Spendenskandals zerbrach. Trotz dieser politischen Erschütterungen hat Takaichi in den letzten Monaten einen bemerkenswerten Aufschwung in der Zustimmung erfahren. Ihre Beliebtheit, insbesondere unter jungen Wählern, gibt ihr nun den Mut, Neuwahlen anzustreben.
Der Leitindex Nikkei hat in neuen Jahr schon mehr als 6 Prozent zugelegt und sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Dies deutet darauf hin, dass der "Takaichi-Trade" wiederbelebt wurde. Die Politik der Premierministerin zeichnet sich durch ultra-lockere Geldpolitik und aggressive Staatsausgaben aus.
Historisch gesehen tendierten die Aktienmärkte im Vorfeld der Unterhauswahlen zu einem Anstieg, jedoch fiel die Richtung nach der Wahl oft unterschiedlich aus. Ob die LDP ihre Sitze signifikant ausbauen kann oder auf eine erneute Zusammenarbeit mit Oppositionsparteien angewiesen ist, bleibt abzuwarten.
Obwohl die Hoffnungen auf fiskalische Impulse die Stimmung stützen, wird eine stark expansive Fiskalpolitik unter Takaichi eher nicht erwartet. "Dennoch wird erwartet, dass die Takaichi-Regierung ihre Politik eher feinjustiert, statt groß angelegte Konjunkturprogramme aufzulegen", kommentiert Yuko Iizuka, Ökonomin bei AM One. "Damit dürften die Käufe ausländischer Investoren im Vergleich zu früheren Episoden begrenzt bleiben."
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
