Die nächsten großen Gewinner
Nicht Nvidia: Diese Firmen profitieren laut Goldman von KI
Goldman Sachs sieht die größten KI-Chancen 2026 nicht bei Chips, sondern bei Firmen, die ihre Produktivität stark steigern können.
- Goldman Sachs sieht KI-Chancen 2026 in Unternehmen.
- Aktien von KI-nahen Firmen stiegen stark, aber Trendwechsel.
- EPAM und Affirm profitieren durch KI-Produktivitätsgewinne.
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Künstliche Intelligenz trieb den Aktienmarkt im vergangenen Jahr auf Rekordstände. Besonders stark stiegen die Kurse von Nvidia und anderen KI-nahen Titeln. Für 2026 erwartet Goldman Sachs jedoch einen Richtungswechsel, wie CNBC berichtete. Die Bank rechnet mit langsamer wachsenden KI-Investitionen, aber mit einer breiteren Einführung in Unternehmen. Das könne zu Umschichtungen unter den größten US-Technologiewerten führen und Risiken in beide Richtungen für den Gesamtindex schaffen, heißt es von Goldman Sachs.
Analyse im Russell 1000
Die Analysten von Goldman Sachs untersuchten Aktien aus dem Russell-1000-Index. Sie schlossen Firmen aus, die in Telefonkonferenzen zum zweiten oder dritten Quartal nicht über KI im Zusammenhang mit Produktivität oder Effizienz gesprochen hatten. Grundlage der Bewertung waren die Lohnkosten und der Anteil der Gehälter, der sich durch KI automatisieren lässt.
Zu den möglichen Profiteuren zählen unter anderem die Bank of America, Evercore, H&R Block, Affirm Holdings, Labcorp Holdings, Willis Towers Watson, EPAM Systems, Booz Allen Hamilton, Zillow Group und Pegasystems. Bei diesen Firmen ist ein hoher Anteil der Löhne potenziell durch KI automatisierbar, während die Lohnkosten einen relevanten Teil des Umsatzes ausmachen.
EPAM setzt auf KI-native Strukturen
EPAM Systems, ein Anbieter von Software-Engineering-Dienstleistungen, fiel besonders positiv auf, nachdem das Unternehmen Anfang November den Ausblick für Umsatz und Gewinn anhob. Vorstandschef Balazs Fejes schrieb im Geschäftsbericht vom 6. November: "Durch Investitionen in künstliche Intelligenz und KI-native Innovation, Talente und Partnerschaften beschleunigen wir unsere eigene Transformation und stärken unsere strategische Position, um in der künftigen Welt KI-nativer Unternehmen zu führen." Die Aktie legte danach deutlich zu.
Affirm nutzt KI direkt im Verkauf
Auch der Bezahldienst Affirm könnte von Produktivitätsgewinnen profitieren. Das Unternehmen setzt bereits KI ein, um den Umsatz seiner Händler zu steigern. Das Mitte 2025 gestartete System AdaptAI bietet personalisierte Zahlungsoptionen, die laut Unternehmen zu höherer Kundenbindung führen. Vorstandschef Max Levchin erklärte im jüngsten Geschäftsbericht: "Wenn wir diese Modelle mit Daten verfeinern, auf die andere Kreditgeber keinen Zugriff haben, verbessern wir Kreditgenehmigungen und die Annahme am Verkaufspunkt. Das steigert den Wert für Händler und verbessert die Kreditergebnisse."
Die Aktie liegt auf Jahressicht mehr als 30 Prozent im Plus. In der vergangenen Woche fiel sie jedoch um mehr als 12 Prozent, nachdem Präsident Donald Trump eine einjährige Obergrenze von 10 Prozent für Kreditkartenzinsen vorgeschlagen hatte. Ob diese Regelung wie von ihm empfohlen am 20. Januar in Kraft tritt, ist unklar.
Auch Banken und Dienstleister auf der Liste
Neben Technologie- und Finanzwerten tauchen auch klassische Dienstleister auf. Labcorp, H&R Block und die Bank of America gehören ebenfalls zu den potenziellen Gewinnern. Die Bank of America erreichte in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch und übertraf in den letzten 3 Monaten die Entwicklung des Gesamtmarktes. Goldman Sachs sieht hier besonders großes Potenzial, weil Effizienzgewinne durch KI direkt auf die Kostenstruktur wirken können.
Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
