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    Notstandsmaßnahmen gegen verzweifelte Lage in Kiew

    Für Sie zusammengefasst
    • Notstand in Kiew wegen Strom- und Heizungsengpass
    • Koordinationszentrum zur Unterstützung der Stadt eingerichtet
    • Regierung kritisiert Kiews unzureichende Notfallvorbereitung
    Notstandsmaßnahmen gegen verzweifelte Lage in Kiew

    KIEW (dpa-AFX) - Kein Strom, keine Heizung, aber strenger Frost - die ukrainische Führung reagiert mit Notstandsmaßnahmen auf die schwierige Lage in der Hauptstadt Kiew. Für den gesamten Energiesektor der Ukraine werde der Notstand ausgerufen, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Krisensitzung mit. Es werde ein Koordinationszentrum eingerichtet, das sich besonders um die Nöte der Dreimillionenstadt kümmern solle. Die gesamte Regierung solle zusätzliches Gerät und Hilfe organisieren.

    Die Versorgungsnetze von Kiew waren bei einem schweren russischen Luftangriff am vergangenen Freitag (9.1.) außer Gefecht gesetzt worden. Anfangs habe es in 6.000 Wohnblocks, der Hälfte des Bestands, keine Heizung gegeben, sagte Bürgermeister Vitali Klitschko bei einer Sitzung mit seiner Stadtverwaltung. Aktuell seien noch 400 Häuser unbeheizt, und man hoffe, sie bis Mittwochabend wieder ans Fernwärmenetz zu bekommen. Bei 12 Grad Frost tagsüber und 18 Grad Frost in der Nacht kühlen ungeheizte Häuser rasch aus.

    Drei Stunden Licht, zehn Stunden Dunkel

    Für die meisten Bürger gebe es immer nur drei Stunden Strom und dann zehn oder mehr Stunden wieder nicht, berichtete Klitschko. Die Stadt sei in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn. Kiew leide unter einer humanitären Krise und erreiche einen kritischen Punkt, schrieb der Journalist Oleksyj Sorokin vom "Kyiv Independent" im Netzwerk x: "Es gibt Orte in Kiew, die derzeit unbewohnbar sind."

    Kritik an der Kiewer Stadtführung

    Das Eingreifen der Regierung in der Hauptstadt und damit in Klitschkos Zuständigkeit bedeutet aber auch, dass ein alter politischer Konflikt wieder aufbricht. Der neu bestallte Energieminister Denys Schmyhal lobte im Parlament die Vorbereitungen der Stadt Charkiw auf derartige Notfälle. Kiew habe sich schlecht vorbereitet. "Ich sage - überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb muss man jetzt zu Notfallmaßnahmen greifen", sagte Schmyhal.

    Unter anderem will die Regierung die nächtliche Ausgangssperre lockern, damit Bürgerinnen und Bürger jederzeit in die etwa 1.200 Aufwärmpunkte in Kiew gehen können./fko/DP/nas






    dpa-AFX
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