35 Milliarden US-Dollar
Erhöhtes Toyota-Übernahmeangebot treibt Aktie auf Allzeithoch
Mit einer erhöhten Übernahmeofferte treibt Toyota Motor den Kurs von Toyota Industries auf ein neues Allzeithoch und schürt die Hoffnung auf eine weitere Nachbesserung.
- Toyota Motor hebt Übernahmeangebot für Toyota Industries an
- Aktie von Toyota Industries erreicht neues Allzeithoch
- Elliott Investment kritisiert Angebot als unzureichend
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Die Aktie von Toyota Industries ist am Donnerstag auf ein Allzeithoch gesprungen, nachdem Toyota Motor ihr Übernahmeangebot für den Konzern deutlich angehoben hat. Der Schritt heizt Spekulationen an den Märkten an, dass der Autobauer seine Offerte nochmals nachbessern könnte.
Die Papiere des Gabelstapler- und Industrieausrüstungsherstellers legten zum Handelsschluss um 6,2 Prozent auf 19.150 Yen zu und übertrafen damit sogar den neuen Angebotspreis. Die Aktien von Toyota Motor schloss 2,5 Prozent im Plus bei 3.714 Yen.
Mehr als 35 Milliarden US-Dollar
Toyota Motor teilte am späten Mittwoch mit, den Angebotspreis auf 18.800 Yen (118,11 US-Dollar) je Aktie zu erhöhen. Zuvor waren im Juni des vergangenen Jahres 16.300 Yen geboten worden. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich damit auf mehr als 35 Milliarden US-Dollar und unterstreicht den Willen des weltgrößten Autobauers nach Absatz, Toyota Industries vollständig zu übernehmen und von der Börse zu nehmen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Toyota Motor versucht, Japans größtes Unternehmensgeflecht für rund 4,7 Billionen Yen zu konsolidieren. Teil des Plans waren unter anderem ein Eigenbeitrag von Konzernchef Akio Toyoda in Höhe von 1 Milliarde Yen sowie eine Investition von rund 700 Milliarden Yen in nicht stimmberechtigte Vorzugsaktien durch Toyota Motor. Im Dezember jedoch hatte Toyota Industries öffentlich eine höhere Bewertung gefordert und Zweifel an den Erfolgsaussichten der damaligen Offerte geäußert.
Angebot reicht nicht aus
Der aktivistische Investor Elliott Investment Management machte am Donnerstag deutlich, dass auch das um 15 Prozent angehobene Angebot von Toyota Motor aus seiner Sicht nicht ausreicht. Die Offerte spiegele den fairen Wert von Toyota Industries keineswegs wider. Der Hedgefonds, der im November erstmals eine Beteiligung an Toyota Industries offengelegt und seinen Anteil im vergangenen Monat auf rund fünf Prozent erhöht hatte, kündigte an, seine Aktien zu den verbesserten Konditionen nicht anzudienen.
Gegenwind im operativen Geschäft
Die Übernahmepläne kommen außerdem zu einem Zeitpunkt, an dem Toyota Motor operativ unter Druck steht. In seinem jüngsten Produktions- und Absatzbericht meldete der Konzern für November einen Rückgang der weltweiten Produktion um 5,5 Prozent auf 821.723 Fahrzeuge. Die globalen Verkäufe sanken um 2,2 Prozent, wobei insbesondere das China-Geschäft nach dem Auslaufen regionaler Kaufsubventionen schwächelte.
Zudem warnte Toyota vor erheblichen Belastungen durch US-Zölle. Für das bis März laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem negativen Effekt von 1,45 Billionen Yen, umgerechnet mehr als 9 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig hält Toyota an seinen langfristigen US-Plänen fest. Im November kündigte der Autobauer Investitionen von 912 Millionen US-Dollar in Werke in fünf Südstaaten an – Teil eines Programms, das bis 2030 ein Gesamtvolumen von bis zu 10 Milliarden US-Dollar erreichen soll.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

